Abzocke an deutschen Tankstellen
Teures Freitags-Benzin. Gespürt haben es die Autofahrer schon lange, jetzt kommt der Beleg: Deutschlands grösster Verkehrsclub, der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) hat ermittelt, dass die Benzinpreise regelmässig zum Wochenende steigen. In der Schweiz bleibt man vor derartigen Praktiken verschont.
Benzinpreis-Entwicklung in der Schweiz Januar 1994 bis Januar 2009.
Der massive Verfall der Rohölpreise hat sich auch an den Zapfsäulen niedergeschlagen. Während noch vor Monaten ein Liter Super mehr als 2 Franken kostete, liegt der Preis momentan noch bei rund 1.43 Franken. Doch trotzdem gibt es massive Schwankungen - und die treffen vor allem Wochenendpendler und Reisende.
Denn einer Einschätzung des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) zufolge kassieren die Mineralölkonzerne besonders zum Wochenende und bei Ferienbeginn ab.
So lagen die Preise für Benzin und Diesel im vergangenen Jahr an Montagen um mehr als drei Cent unter den Freitagspreisen, teilte der Verein mit. So habe ein Liter Benzin 2008 am Wochenbeginn im Schnitt 1,37 Euro gekostet, am Freitag dagegen 1,40 Euro. Ähnlich gross sei die Differenz beim Diesel. Die ADAC-Studie lässt erkennen, dass die Mineralölkonzerne mit ihrer Preispolitik vom meist höheren Verkehrsaufkommen und der damit verbundenen grösseren Kraftstoffnachfrage zu Beginn des Wochenendes profitieren wollen.
Dies führt - insbesondere auch bei Ferienreisewellen - oftmals zu einem «regelrechten Abkassieren der Autofahrer», hiess es in der Mitteilung. Insgesamt funktioniere der Wettbewerb allerdings, da die Preise nach einer Anhebung auch schnell wieder bröckeln könnten.
Die Mineralölwirtschaft wies die Vorwürfe zurück. Deutschland sei der wettbewerbsintensivste Tankstellenmarkt Europas, was sich unter anderem in mehr als 100 Preisbewegungen jährlich niederschlage.
Am Freitag wird vollgetankt
Auch die Schweizer betanken ihre Fahrzeuge vorzugsweise am Freitag. Eine ähnliche Benzinpreis-Praxis kann aber nicht nachgewiesen werden. Nach Auskunft der Erdöl-Vereinigung, dem Verband der schweizerischen Erdölwirtschaft, wird der Benzinpreis in der Schweiz auch viel weniger häufig angepasst; hierzulande werden nur ca. 50 Preisanpassungen pro Jahr vorgenommen.
In Deutschland seien die Tankstellen bemüht, möglichst viele Kunden auf ihre Stationen zu ziehen und die Preise unter denen der Konkurrenz zu halten, weshalb der Markt die Preise regle, argumentiert der deutsche Verband.
Seit Beginn des Jahres bewege sich der Benzinpreis in einem relativ engen Preisband. Diesel habe sich verbilligt, seitdem die Heizöltanks der Verbraucher wieder gefüllt sind und die Nachfrage nach sogenannten Mitteldestillaten sich deutlich abschwächte.
Zudem mache sich auch die Wirtschaftskrise bemerkbar; es würden weniger Güter transportiert und damit auch weniger Diesel verbraucht. Gegenwärtig schwankt der durchschnittliche Dieselpreis zwischen 1,52 und 1,59 Franken je Liter.






























































