Formel 1: Auch Renault will so nicht
Der französische Rennstall hat schriftlich und in aller Entschiedenheit mit dem Ausstieg aus der Formel 1 gedroht, wenn der Automobil-Weltverband FIA die Regeln für 2010 nicht mehr ändert.Renaults Teamchef Flavio Briatore fordert Nachbesserungen des Reglements.
Teamchef Flavio Briatore flankiert von den Piloten Fernando Alonso und Nelson Piquet jr. Hinten die Testfahrer Romain Grosjean und Adam Khan.
«Wenn die vom Weltrat am 29. April 2009 verkündeten Regeln nicht rückgängig gemacht werden, haben wir keine andere Wahl als uns von der FIA-Weltmeisterschaft Ende 2009 zurückzuziehen», sagte Teamchef Flavio Briatore in einem offiziellen Renault-Statement.
«Wir können nicht in einer Meisterschaft starten mit unterschiedlichen Regeln», pflichtete Team-Präsident Bernard Rey bei. Sollten diese Regeln tatsächlich zur Anwendung kommen, «sehen wir uns gezwungen, am Ende dieser Saison auszusteigen», erklärte er in einem Statement.
So wie bei den anderen Kritikern der FIA-Vorgehensweise monierten auch die Franzosen die Art und Weise, wie der Internationale Automobilverband FIA die neuen Regeln beschloss - ohne Rück- bzw. Absprache mit den Teams. «Es gibt Frust darüber, dass die konstruktiven Vorschläge der FOTA, die auch die hauptsächlichen Maßnahmen zu einer schrittweisen Kostenreduzierung von 2009 bis 2012 beinhalten und von den FOTA-Mitgliedern mit Sorgfalt erarbeitet wurden, komplett ignoriert wurden durch die FIA, ohne die Teams zu konsultieren», hieß es in der Mitteilung.
Nicht einmal 24 Stunden zuvor hatte Ferrari, das als einziger Rennstall seit WM-Beginn 1950 dabei ist, bekanntgegeben, seine Autos nicht zu melden, sollte es bei den beschlossenen Regeln bleiben. Diese sehen eine bewusste Bevorteilung der Teams vor, die sich an die Budgetobergrenze von umgerechnet rund 45 Millionen Euro halten. Es müsste betont werden, dass die Teamvereinigung FOTA dasselbe, wenn nicht sogar niedrigere finanzielle Ziel wie die FIA habe. Dies müsste aber nach Meinung Renaults durch alle Parteien abgesegnet werden.
Renault ist seit 1977 in der Formel 1 engagiert. Die größten Erfolge feierte das Team mit den Titeln in der Konstrukteursmeisterschaft und dem WM-Triumph durch den Spanier Fernando Alonso 2005 und 2006. Der französische Automobilhersteller, der auch mit der weltweiten Wirtschaftskrise zu kämpfen hat, rüstet zudem Red Bull mit der deutschen WM-Hoffnung Sebastian Vettel mit Motoren aus.
Bei einem Treffen mit dem Präsidenten des Internationalen Automobilverbandes FIA, Max Mosley, wollen die Teams eine Änderung des Reglements erreichen.
Sieben Teams drohen mit dem Rückzug aus der Formel 1
Mit dem Rückzug offen gedroht haben neben Ferrari und Renault auch schon Red Bull bzw. Toro Rosso (beide Teams gehören dem Privatier Dietrich Mateschitz) und Toyota sowie BMW. Insgesamt sollen sieben Teams gegen die neuen Regeln sein. Der Verband fährt den drastischen Kurs, um die Zukunft der Formel 1 eigentlich zu gewährleisten und neue Rennställe anzulocken.
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