Auto-Klimaanlagen so schädlich wie der globale Flugverkehr
Laut Weltklimarat tragen die weltweit 400 Mio. Auto-Klimaanlagen genauso viel zum Treibhauseffekt bei wie der globale Flugverkehr, nämlich rund zwei Prozent.
Emissionen lassen einen frösteln: Auto-Klimaanlage.
Der Auto Gewerbe Verband Schweiz AGVS legt seinen Mitgliedern nahe, die Kunden darauf hinzuweisen, dass sie mit einer fachkompetenten Wartung ihrer Klimaanlage aktiv zur CO2-Reduktion betragen können. Auch das Bundesamt für Strasse (ASTRA) empfiehlt Automobilisten, ihre Klimaanlagen einmal im Jahr im Fachbetrieb warten zu lassen.
Dazu schreibt das Magazin «Saldo»:
«Autoklimaanlagen: So schädlich wie die Flugzeuge
Klimaanlagen im Auto heizen die Erdatmosphäre genauso stark auf wie der weltweite Flugverkehr. Technisch liesse sich diese Belastung vermeiden. Doch die Autoindustrie bremst.
Autoklimaanlagen genauso klimaschädigend wie der globale Flugverkehr
Viele umweltbewusste Konsumenten besteigen nur mit schlechtem Gewissen ein Flugzeug. Denn jede Reise belastet die Umwelt. Nun warnt der Weltklimarat vor einem ebenso schlimmen Klimasünder, von dem bisher nur wenig die Rede ist: die Klimaanlage im Auto. Laut Weltklimarat tragen die weltweit 400 Millionen Autoklimaanlagen genauso viel zum Treibhauseffekt bei wie der globale Flugverkehr, nämlich rund 2 Prozent.
Schuld daran ist das Kältemittel R 134a. In jeder Klimaanlage zirkulieren ein paar hundert Gramm dieser Chemikalie. Gelangt sie an die Luft, heizt sie die Erde 1300-mal so stark auf wie Kohlendioxid (CO2). Beim Fahrbetrieb entweichen dauernd kleinere Mengen des Kältemittels.Diese Leckagen erhöhen laut Weltklimarat die Emissionen eines Autos im Schnitt um 7 Gramm CO2 pro Kilometer. Hinzu kommt, dass der Betrieb der Klimaanlage den Benzinverbrauch des Autos bis zu 20 Prozent ansteigen lässt, ohne dass die Hersteller dies deklarieren.
«Der Einfluss der Klimaanlagen auf den Klimawandel ist nicht zu vernachlässigen», sagt Blaise Horisberger vom Bundesamt für Umwelt (Bafu). Gemäss Schweizer Gesetzen sind fluorierte Kältemittel wie R 134a in Autoklimaanlagen zwar nicht zugelassen. Doch es gibt für sie Ausnahmeregelungen, solange sich auf dem Markt noch keine Alternativen durchgesetzt haben. Laut Schätzungen haben vier von fünf neu in der Schweiz zugelassenen Autos eine Klimaanlage.
CO2 als Kühlmittel: Weniger Benzinverbrauch, schnellere Kühlung
Der einzelne Autofahrer kann zwar etwas tun, um die Klimaschädlichkeit seiner Klimaanlage zu verringern (siehe Kasten). Für eine wirkliche Besserung können aber einzig die Hersteller sorgen. Doch die meisten bremsen den Fortschritt aus. Vor über zehn Jahren präsentierte der deutsche Autokonzern Daimler bereits CO2 als neues, klimafreundliches Kältemittel. Die meisten Sachverständigen halten das Gas für eine gute Alternative zum Klimakiller R 134a. «Als Kältemittel stellt CO2 fast kein Risiko für Mensch und Umwelt dar und zeigt eine gute Energieeffizienz bis zu einer Aussentemperatur von 35 Grad Celsius», sagt Horisberger. Inzwischen haben mehrere Hersteller entsprechende Klimaanlagen auf den Markt gebracht. Im Modellbetrieb punkten diese laut deutschem Umweltbundesamt zudem durch einen geringeren Benzinverbrauch und eine schnellere Abkühlung des Innenraums.
Vor drei Jahren hat die EU entschieden, neue Fahrzeuge mit besonders schädlichen Kältemitteln wie R 134a ab 2011 nicht mehr zu genehmigen. Von diesem EU-Verbot würden auch hiesige Käufer von Neuwagen profitieren, da die Schweiz die EU-Genehmigung für neue Autos anerkennt: «Ab 2011 dürften besonders schädliche Klimamittel in neuen Fahrzeugen praktisch verschwunden sein», prognostiziert Thomas Rohrbach vom Bundesamt für Strassen (Astra).
Neues Kühlsystem zurzeit noch nicht serienmässig eingebaut
Fraglich ist, ob das wirklich passiert: Denn die Hersteller spielen auf Zeit. Noch rüstet kein Konzern Autos in Serie mit neuen Kühlsystemen aus. Laut Experten wird ihnen die Zeit bis 2011 nicht reichen, um die Produktion umzustellen. Zugleich versuchen die Autohersteller auf EU-Ebene, das Aus des Klimakillers R 134a zu verhindern. Ziel: Das Verbot des Kältemittels soll nur für neue Fahrzeugtypen gelten, aber nicht für alle Neuwagen.
Für die Autoindustrie geht es ums Geld: Laut dem deutschen Umweltbundesamt verursacht der serienmässige Einbau einer CO2-Klimaanlage in einen Kleinwagen Mehrkosten von 45 Franken. Bei grösseren Autos kann dies viermal so viel kosten.»






























































