AGVS: Garagisten müssen auch Umweltexperten sein
Der 80. Auto-Salon in Genf hat gezeigt: Die Reduktion von Verbrauch und Abgasemissionen steht im Fokus der Autoindustrie. Die steigende Bedeutung von Umwelt-, Klima- und Energiefragen wird in den nächsten Jahren auch das Autogewerbe wesentlich beeinflussen: Garagisten müssen neben Fachwissen immer mehr Umweltexpertise anbieten können. Dies ergab die Studie «Von heute nach morgen: Künftige Rollenbilder der Garagisten» des renommierten Ingenieur- und Beratungsunternehmens Ernst Basler & Partner AG im Auftrag des AGVS, Autogewerbeverband der Schweiz. Der Schlussbericht liegt nun vor.
«Die Rolle des Automobils als tragende Säule der schweizerischen Alltagsmobilität hat sich in den vergangenen Jahren gefestigt. Trotzdem steht es vor einer Phase grosser Veränderungen», sagt Studienleiter Dr. Peter de Haan. Zwei Megatrends zeichnen sich ab: Zum einen wächst die Gesamtmobilität der Schweizer Bevölkerung weiter an, am stärksten beim so genannten Freizeitverkehr. Zum anderen nehmen die Themen «Energieverbrauch» und «Treibhausgasemissionen» an Bedeutung zu.
Die Automobilindustrie antwortet auf diese Megatrends mit neuen Technologien und Fahrzeugen. «Der technologische Wandel war zwar schon in den letzten zehn Jahren sehr hoch; im kommenden Jahrzehnt wird er sich aber nochmals beschleunigen», so de Haan. Im Fokus steht dabei der Personenwagen. In diesem Bereich liegen die grössten Möglichkeiten, um die wachsende Mobilität der Gesellschaft mit immer weniger Energieaufwand zu gewährleisten. Deshalb werden neue Klein- und Kleinstwagenkonzepte auf den Markt kommen.
Drei Stossrichtungen für das Autogewerbe
Die Rolle des Autogewerbes als erster Ansprechpartner der Automobilistinnen und Automobilisten ist in dieser Entwicklung von grosser Bedeutung. Die AGVS-Studie zeigt drei wesentliche Stossrichtungen auf.
Erstens kommt der Ausbildung und der kontinuierlichen Weiterbildung der Garagisten eine grosse Rolle zu. Tausende Fachkräfte müssen über den rasanten Wandel und die neuen technischen Lösungen und Mobilitätskonzepte sowie staatliche Anreize und Steuerrabatte Bescheid wissen. De Haan: «Nur so können sie ihre Kunden glaubhaft als Experten beraten.»
Zweitens gewinnt die Dienstleistung, die Mobilität des Autofahrers zu gewährleisten, gegenüber dem Besitz eines Autos an Bedeutung. Aufgrund des heutigen Lebensstils nehmen Privatkunden vermehrt den Service in Anspruch und wollen sich immer weniger selbst um ihr Fahrzeug kümmern. Denn die Autos haben zwar an Zuverlässigkeit stark zugelegt, aber der schnelle Wandel und die hohen Anforderungen im Bereich Sicherheit, Umwelt und Energie haben sie auch zu hochkomplexen Systemen gemacht.
Drittens wird der Garagist für den Kunden zum CO2-Optimierer. Bei Firmenfahrzeugen hat der Energieverbrauch bereits eine grosse Bedeutung. Auch bei Privatpersonen wird der energieeffiziente Antrieb zusehends ein wichtiger Wert. «Sie möchten Ressourcen schonen, dabei Treibstoffkosten sparen und gegebenenfalls von Steuerrabatten profitieren», erklärt Peter de Haan. Weil dies alles ohne Einbussen bei Sicherheit, Fahrleistung und Komfort geschehen soll, kommt dem Garagisten bei der Beratung eine Schlüsselrolle zu. Er muss den Überblick über die Vor- und Nachteile der wachsenden Zahl an Energiemodellen und Antriebsarten haben und diese dem Kunden vermitteln können.
Professionelle Aus- und Weiterbildung immer wichtiger
«Das Schweizer Autogewerbe hat die in der Studie aufgezeigten Veränderungen im Verhalten der Konsumenten frühzeitig erkannt», sagt AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli. Der Verband erarbeitete deshalb breit abgestützte Massnahmen, um seine 4000 Mitglieder zu unterstützen. Dazu gehören ein bei Kunden sehr beliebter Umwelt-Guide, regionale Weiterbildungsveranstaltungen, die Einstellung eines Umweltbeauftragten in der Geschäftsstelle sowie verschiedene Informationsmassnahmen. «Gute Garagisten sind auch in Zukunft gefragt, da der Bedarf an ausgewiesenen Fachleuten steigt. Voraussetzung dafür ist die professionelle Aus- und Weiterbildung ˆ genau dadurch zeichnen sich die Mitglieder des AGVS aus», so Wernli.






























































