Länder übergreifende Inititive zum Schutz des Autogewerbes
Die Kraftfahrzeug-Verbände Europas fordern fairen Wettbewerb
Anlässlich ihrer Jahreskonferenz vom in Bozen (Südtirol/Italien) stellten sich die Kraftfahrzeug-Verbände von Deutschland, Luxemburg, Österreich, der Schweiz und des Südtirols mit einer gemeinsamen Resolution einmal mehr geschlossen hinter ihre Forderung für rechtlich verbindliche Rahmenbedingungen im Autogewerbe. Diese Landesgrenzen-übergreifende Allianz hat zum Ziel, die Existenz der KMU zu sichern und den Verlust von Arbeitsplätzen zu verhindern. Der AGVS, Autogewerbeverband der Schweiz, fordert über dies die uneingeschränkte Weiterführung der so genannten KFZ-Bekanntmachung, die den Wettbewerb in der Schweiz regelt.
In ihrer gemeinsamen Resolution fordern die Kraftfahrzeug-Verbände die EU-Kommission auf, die Existenz der rund 350’000 kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) im Autogewerbe und ihren 2,8 Millionen Beschäftigten auch zum Vorteil des Wettbewerbs und der Konsumentinnen und Konsumenten nicht zu gefährden und die Bestimmungen der Kraftfahrzeug-Gruppenfreistellungsverordung (KFZ-GVO) 1400/2002 insbesondere hinsichtlich des Mehrmarkenvertriebs und der bestehenden Kündigungsbestimmungen auf europäischer Ebene langfristig rechtlich verbindlich zu erhalten. Im Umfeld der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung sehen die unterzeichnenden Verbände mehr als je zuvor die Notwendigkeit, für solche Rahmenbedingungen zu kämpfen.
Der AGVS, Autogewerbeverband der Schweiz, fordert überdies die unbefristete Weiterführung der KFZ-Bekanntmachung, die den Wettbewerb auf breiter Ebene fördert. Dabei handelt es sich um die schweizerische Umsetzung der europäischen KFZ-GVO. Geregelt werden im Wesentlichen der Vertrieb von mehreren unabhängigen Marken, der Einkauf von Ersatzteilen sowie Mindestfristen für die Kündigung von Händler- und Werkstattverträgen.
Konsumentenvorteile durch Mehrmarkenvertrieb
«Wir befürchten, dass bei einem Wegfall der KFZ-GVO respektive der KFZ-Bekanntmachung bedeutend weniger Händler und Werkstätten im Geschäft bleiben würden. Ein massiver Stellenabbau scheint unausweichlich», stellt Urs Wernli, AGVS-Zentralpräsident, wenig zuversichtlich fest. Preissteigerungen und eine kleinere Angebotsvielfalt seien ebenfalls zu erwarten.
Seine Forderung für eine unbefristete Weiterführung der KFZ-Bekanntmachung stützt der AGVS mit einem Gutachten der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) ab, welches aufzeigt, wie wichtig die branchenspezifischen Regeln für das schweizerische Autogewerbe sind. Unter anderem macht das Gutachten deutlich, dass in der Schweiz insbesondere das Recht auf den Vertrieb von mehreren Marken überdurchschnittlich stark genützt wird. Dies hauptsächlich aufgrund der geographischen Ausprägungen des schweizerischen Marktes. Durch den Vertrieb von mehreren Marken in einem Garagenunternehmen wird dem Konsumenten der Zugang zu verschiedenen Marken und Modellen auch ausserhalb von wirtschaftlichen Ballungszentren gewährleistet und erleichtert.
Die Präsidenten der Kraftfahrzeug-Verbände (v. l. n. r.): Emile Lorang, Fegarlux, Luxemburg; Urs Wernli, AGVS, Autogewerbeverband der Schweiz; Dietmar Mock, LVH, Landesverband der Handwerker, Südtirol; Robert Rademacher, Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK); Dr. Gustav Oberwallner; Bundesgremium des KFZ-Handels, Österreich; Friedrich Nagl, Bundesinnung der KFZ-Techniker, Österrreich.






























































