Opel: Fiat, Cerberus oder die Russen?
Jetzt kreisen die Aasgeier über der angeschlagenen GM-Tochter Opel. Der Italienische Autobauer Fiat, ein russisch-Kanadisches Konsortium und ein amerikanischer Finanzinvestor haben Interesse angemeldet.
Fiat, Cerberus und Gaz zeigen Interesse an Opel.
Wer hat die grössten Chancen, das Rüsselsheimer Traditions-Unternehmen unter seine Kontrolle zu bekommen? Das sind die Kandidaten:
Fiat
Fiat-Chef Sergio Marchionne und GM-Boss Fritz Henderson hätten sich zu Gesprächen getroffen, heisst es. Schon am Dienstag soll Fiat eine Absichtserklärung für einen Einstieg bei der GM-Tochter unterschreiben. Eine Bestätigung durch das Unternehmen gibt es noch nicht, aber Arbeitnehmervertreter von Opel kündigten bereits Widerstand an. Der Opel-Betriebsrat ist noch uneinig über den möglichen Partner. Trotzdem ist Fiat der stärkste Kandidat.
Cerberus
Cerberus Capital Management LLC ist auch am gefährdeten US-Autobauer Chrysler beteiligt und hält Anteile an einigen Autozulieferern. Laut Medienberichten habe Cerberus für eine Opel-Beteiligung bereits im Bundesfinanzministerium vorgefühlt. Der US-Finanzinvestor musste allerdings im März seinen Geldgebern, vorwiegend amerikanische Pensionsfonds, eröffnen, dass die Gesellschaft Probleme hat, Rückzahlungsforderungen der Investoren zu erfüllen. Damit ist wohl kaum genug Geld in der Kriegskasse um Opel zu übernehmen. Bei Cerberus wollte niemand die Gerüchte kommentieren.
Gaz
Nach jüngsten Medienberichten soll sich ein Konsortium aus dem maroden russischen Automobilhersteller Gaz, der halbstaatlichen russischen Sberbank und dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna für Opel interessieren. Gaz steckt jedoch selber tief in der Krise, Gaz-Chefin Elena Matveeva hat am Donnerstag-Abend Klarheit geschaffen: Gaz habe kein Interesse, Opel zu übernehmen. Die beiden verbliebenen Partner scheiden ebenfalls aus: Die Sberbank kann unmöglich erklären, warum sie im Ausland investiert, wenn die Heimat dringend Kredite braucht. Und Magna ist zu klein für den Alleingang.
Und die Scheichs?
Bereits aus dem Bieterkreis zurückgezogen hat sich das Emirat Abu Dhabi.
Damit liegt Fiat zwar klar vorne. Mit offenen Armen wird der Turiner Autobauer dennoch nicht empfangen: Opel-Betriebsratschef Klaus Franz kündigte scharfen Widerstand gegen die Übernahme durch Fiat an. Er fürchte einen «dramatischen Abbau von Arbeitsplätzen bei Opel und Werksschliessungen in Deutschland». Die Produktpalette von Fiat und Opel würden sich komplett überschneiden. Zudem sei Fiat hochverschuldet. Franz verwies auch auf schlechte Erfahrungen mit Fiat: «Wir kennen die Braut.»






























































