Stadttangente Bern: heikle Sanierung
Start der Hauptarbeiten an der Stadttangente Bern
Am 1. März 2010 beginnen die zweijährigen Hauptarbeiten der Gesamterneuerung Stadttangente Bern. Heikles Kernstück: Der sechsspurige Felsenauviadukt muss unter vollem Verkehr saniert werden. Das ist nur mit dem Abbau einer Fahrspur Richtung Zürich möglich, was zu Verkehrsengpässen auf und neben der Autobahn führen wird. In enger Zusammenarbeit haben Bund, Kanton und Stadt Massnahmen koordiniert, die den Druck auf das angrenzende Strassennetz auffangen sollen.
Kernstück der Sanierung ist der Abschnitt Neufeld – Wankdorf, der mit rund 100'000 Fahrzeugen pro Tag zu den am meisten befahrenen Strecken im schweizerischen Nationalstrassennetz gehört. Das eigentliche Nadelöhr bildet der Felsenauviadukt mit sechs Fahrspuren ohne Standstreifen. Hier sind Bauarbeiten nur möglich, wenn die Zahl der Fahrspuren auf dem Viadukt reduziert wird. Zwischen dem Anschluss Neufeld und der Verzweigung Wankdorf stehen deshalb von März bis Oktober 2010 und 2011 in Richtung Zürich/Thun nur zwei statt drei Fahrspuren zur Verfügung.
Die zur Vorbereitung erforderlichen Markierungs- und Signalisationsarbeiten auf dem Felsenauviadukt werden am Wochenende vor dem Baubeginn (Freitag- bis Sonntagabend, 26. bis 28. Februar 2010) zu zusätzlichen Einschränkungen auf dem Abschnitt zwischen Neufeld und Wankdorf führen.
Staugefahr in Richtung Zürich/Thun
Der Spurabbau auf dem Felsenauviadukt erhöht die Staugefahr vor allem während der Hauptverkehrszeiten am Morgen und am Abend. Während der Abendspitze von 16 bis 18.30 Uhr kann es in Richtung Zürich/Thun zu Rückstau vom Anschluss Neufeld bis in den Bereich Weyermannshaus kommen. Trotzdem lohnt es sich nicht, auf das ebenfalls überlastete städtische oder regionale Verkehrsnetz auszuweichen. Die Fahrt über die Autobahn wird trotz Stau schneller sein.
- Ausweichverkehr eindämmen
Flankierende Massnahmen, die der Bund zusammen mit den städtischen und kantonalen Behörden plant und umsetzt, sollen die Bevölkerung in Stadt und Region Bern vor Schleichverkehr schützen und dafür sorgen, dass Postautos, Busse und Trams nicht im Stau stecken bleiben. An neuralgischen Knoten wurden die Steuerungen der Lichtsignalanlagen optimiert oder die Aufteilung der Fahrstreifen angepasst, um die Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs zu bevorzugen und den Ausweichverkehr auf untergeordnete Strassennetze zu beschränken.
- Pendlerinnen und Pendler im Fokus
80 Prozent des Verkehrs auf der Berner Stadttangente stammt aus der Stadt und der Region selber. In den Spitzenstunden sind es vor allem die Pendlerinnen und Pendler der Region, die die Autobahn benützen. An diese Zielgruppe richtet das Bundesamt für Strassen denn auch seine zentralen Botschaften:
– Meiden Sie die Spitzenstunden
– Bleiben Sie auf der Autobahn – trotz Baustelle schneller am Ziel
– Steigen Sie auf den öffentlichen Verkehr um
– Bilden Sie Fahrgemeinschaften
- Auf den öffentlichen Verkehr umsteigen
Die Baustelle auf der Stadttangente ist eine Chance für den öffentlichen Verkehr, der gute Alternativen zum Stau auf der Autobahn bietet. Die vom Kanton finanzierte öV-Beratungszentrale ist Anlaufstelle für all jene, die im Zusammenhang mit der Stadttangente auf Zug, Postauto, Bus oder Tram umsteigen möchten und dazu Fragen haben oder eine umfassende Beratung wünschen. Gemeinsam mit den Transportunternehmen suchten die Projektverantwortlichen in den letzten Monaten auch nach Lösungen, wie auf eine erhöhte Nachfrage bei einzelnen öV-Linien reagiert werden kann. Trotz begrenztem Spielraum steht den öV-Anbietern ein gemeinsamer Pool von Zusatzfahrzeugen zur Verfügung, mit denen überlastete Linien kurzfristig verstärkt werden können.
Berner Firmen ziehen mit
Auch die Firmen der Region sind aktiv in die Massnahmenplanung eingebunden. Sie können zur Staureduktion beitragen, indem sie neue oder zusätzliche Mobilitätsangebote wie Libero-Job-Abo, Business CarSharing oder Bike to work einführen. Ende November 2009 trafen sich auf Einladung des ASTRA 160 Firmenverantwortliche zum Ideenaustausch, wie sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die bevorstehenden Verkehrsengpässe vorbereiten und für Verhaltensänderungen motivieren können. Mittlerweile haben zahlreiche Arbeitgeber
Aktivitäten zur Reduktion des Pendlerverkehrs in die Wege geleitet und nutzen das Beratungsangebot von Mobilitätsfachleuten.
Breite Informationskampagne
Mit Flugblättern an die Haushalte und Radiobeiträgen werden die Verkehrsteilnehmenden direkt über die Verkehrssituation und über die Möglichkeiten informiert, wie sie dem Stau entrinnen können.
Weitere Informationen: www.stadttangentebern.ch






























































