Pilotversuch: Kombination von E-Auto und Bahn
Am 5. Juli starteten die Deutsche Bahn und Toyota einen Feldversuch, bei dem Elektromobilität im Carsharing der Deutschen Bahn angeboten wird. Für das Projekt stellt der Automobilhersteller 18 Fahrzeuge seines Prius Plug-In-Hybrid zur Verfügung. Der Feldversuch findet im Rahmen von BeMobility, einem Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, statt. Das vergleichsweise gut ausgebaute Netz öffentlicher Verkehrsmittel in und um Berlin will man durch elektrisch betriebene Fahrzeuge so ergänzen, dass die Kunden uneingeschränkt mobil sind. Und da an den Ladesäulen nur regenerativ erzeugter Strom gezapft werden kann, versteht sich dieses Projekt auch als ein Beitrag, um CO2-Emissionen zu senken.
Im Streben nach ganzheitlicher Mobilität sieht die Bahn ihr Angebot von Elektrofahrzeugen als eine weitere Mobilitätslösung innerhalb der Reisekette, wie es Rolf Lübke, Vorsitzender der Geschäftsführung DB FuhrparkService GmbH, beim Start des Feldversuchs nannte. Der Prius Plug-In-Hybrid macht seinen Nutzer rein elektrisch über 20 Kilometer mobil. In diesem Modus kann das Fahrzeug auf bis zu 100 km/h Spitzengeschwindigkeit beschleunigen.
Zum Einsatz kommt eine 5,2-kWh-Lithium-Ionen-Batterie. Das Besondere an ihr: Neben der hybridtypischen Bremsenergie-Rückgewinnung kann diese auch extern aufgeladen werden. Dazu genügen 90 Minuten an einer haushaltsüblichen 230-Volt-Steckdose. Größere Anteile der täglichen Fahrten lassen sich so rein elektrisch zurückzulegen. Dadurch reduziere sich der CO2-Ausstoss gegenüber dem normalen Prius von 89 Gramm pro Kilometer auf 59 Gramm im europäischen Testzyklus und entspreche einem Benzinverbrauch von nur noch 2,6 Litern, so Koei Saga, Managing Officer Toyota Motor Corporation. Neben der batterieelektrischen Reichweite von rund 20 Kilometern biete der Prius als Plug-In-Hybrid zudem die Qualitäten eines leistungsstarken Vollhybriden.
Übergeben wurden die Fahrzeuge für den Feldversuch in der am 5. Juli eröffneten Erprobungsplattform auf dem Gelände des Europäischen Energie Forums (EUREF), wo künftig die technische Erprobung und Umsetzung vernetzter Verkehrssysteme erfolgt. Hier werden innovative Systeme entwickelt, die eine integrierte Buchung und Nutzung von öffentlich zugänglichen Elektroautos sowie öffentlichen Verkehrsmitteln möglich machen.
Ziel von BeMobility ist die CO2-freie Mobilität im urbanen Umfeld. Vernetzte Systeme und die Verknüpfung von Elektromobilität mit Schiene und Straße sollen das Vorhaben Realität werden lassen. Partner des Projektes sind Deutsche Bahn, Bosch, Contipark, DAI-Labor (TU Berlin), HaCon, das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ), RWE, SOLON, Vattenfall Europe und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg.
Ingeborg Junge-Reyer, Bürgermeisterin der Stadt Berlin und Senatorin für Stadtentwicklung begrüßte die Entscheidung der Deutschen Bahn und Toyotas, Berlin für ihr Projekt gewählt zu haben. „Denn Elektromobilität hat Zukunft in Berlin.“ Die Technik stecke zwar noch in den Kinderschuhen, aber wenn man der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen wolle, müsse man jetzt handeln. Mit ihren 70 Batterieladestationen sieht Junge-Reyer die Stadt in einer Vorreiterrolle als Zukunftslabor für Elektromobilität.






























































