bfu SINUS-Report: Fussgänger besonders gefährdet
Im Jahr 2009 wurden im Strassenverkehr 349 Menschen getötet – so wenige wie nie zuvor. Nach wie vor stark gefährdet sind indessen die Fussgänger, besonders die älteren unter ihnen. Durch eine konsequente Temporeduktion innerorts könnten zahlreiche Fussgängerunfälle verhindert oder in ihrer Schwere reduziert werden.
Von Fussgängerunfällen besonders betroffen sind Senioren: Während der Anteil der Menschen im Alter von 65 und mehr an der Gesamtbevölkerung bei 17 Prozent liegt, machten sie im letzten Jahr 26 Prozent der 704 schwer verletzten Fussgänger aus. Bei den 60 Getöteten war sogar die Hälfte der Opfer in diesem Alterssegment. Die Wahrscheinlichkeit, als Fussgänger an den Unfallverletzungen zu sterben, erhöht sich mit dem Alter deutlich. Kommen bei Kindern und Erwachsenen bis 64 Jahre auf 10 000 Verletzte 188 Todesfälle, sind es bei den Senioren 843, also rund viereinhalbmal mehr.
Die meisten Fussgängerunfälle ereignen sich innerorts. Durch eine konsequente Senkung der Geschwindigkeiten liessen sich zahlreiche Unfälle vermeiden oder in ihrer Schwere reduzieren. Bei einer Kollision zwischen einem Fussgänger und einem Fahrzeug mit Tempo 30 sterben 10 Prozent der Fussgänger – bei Tempo 50 sind es bereits 70 Prozent (siehe bfu-Abbildung). Bei älteren Fussgängern ist die Sterbewahrscheinlichkeit sogar noch höher.
Die bfu propagiert daher das Modell Tempo 50/30. Es sieht vor, alle Gemeindestrassen in zwei Kategorien einzuteilen: Die verkehrsorientierten Strassen sind vor allem Haupt- sowie wichtige Nebenstrassen und werden mit Tempo 50 generell signalisiert. Die Strassen in den Siedlungen sollen in Tempo-30-Zonen eingebunden werden. Diese Massnahme erhöht nicht nur die objektive Verkehrssicherheit, sondern führt auch dazu, dass sich gerade die langsameren Verkehrsteilnehmer auf den Strassen sicherer fühlen.
Der SINUS-Report (Sicherheitsniveau und Unfallgeschehen im Strassenverkehr) ist eine Publikationslinie der bfu und des Fonds für Verkehrssicherheit. Er soll Präventionsfachleuten und Interessierten als Nachschlagewerk dienen. Anhand verschiedener Indikatoren (z.B. Verletzungen, Delinquenz- und Schutzverhalten, Sicherheitseinstellungen) werden die aktuelle Lage und Entwicklung im Strassenverkehr beurteilt sowie die zu lösenden Probleme aufgezeigt. Die bfu, das Schweizer Kompetenzzentrum für Unfallprävention, leitet daraus die Schwerpunkte ihrer Strassenverkehrs-Aktivitäten ab.Den SINUS-Report 2010 sowie Informationen zu Tempo-30-Zonen finden Sie unter diesem Link: http://www.bfu.ch/German/medien/Seiten/2010_11_16.aspx






























































