BMW-Sauber: Rückzug aus der Formel 1
BMW will nach Abschluss der laufenden Saison aus der Formel 1 aussteigen.
Ausgebremst: BMW-Sauber Formel 1 mit Robert Kubica am Steuer.
Die BMW Group wird ihr Engagement in der Formel 1 nach Ablauf der Saison 2009 nicht fortführen. Die frei werdenden Ressourcen sollen in die Entwicklung neuer Antriebstechnologien sowie Projekte im Bereich Nachhaltigkeit fliessen. Trotzdem werde BMW weiterhin in anderen Serien aktiv im Motorsport präsent sein, erklärte das Unternehmen.
Dies sei ein konsequenter Schritt vor dem Hintergrund der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens, erklärte der Vorstandsvorsitzende der BMW AG, Dr. Norbert Reithofer. Premium werde immer stärker auch über Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit definiert und BMW wolle eine Vorbildrolle einnehmen, erklärte Reithofer weiter. Das Engagement in der Formel 1 entspreche dabei nicht mehr der Hauptzielrichtung.
Seit 1999 verantwortet Mario Theissen unser Motorsport-Engagement. In dieser Zeit wurden viele grosse Erfolge erzielt, auch in der Formel 1. Dafür dankte Reithofer Mario Theissen.
Entwicklungsvorstand Dr. Klaus Draeger sagte: «Wir haben uns mit dem BMW Sauber F1 Team bereits im dritten Jahr als Top-Team etabliert. In der aktuellen Saison können wir die Erwartungen leider nicht erfüllen.» Nach 10 von 17 Rennen ist BMW-Sauber Achter in der Konstrukteurwertung, die Piloten Nick Heidfeld (D) und Robert Kubica (PL) liegen auf den Rängen 13 und 15. Draeger weiter: «Dennoch waren zehn Jahre Formel-1-Erfahrung prägend für unsere Entwicklungsingenieure. Dem Rennsport haben wir nicht nur zahlreiche technische Innovationen zu verdanken, sondern auch den Wettbewerbsgeist, der uns in der Entwicklung von Serienfahrzeugen vorantreibt.»
In welchem Umfang es zu einem Stellenabbau in München oder Hinwil kommt, steht derzeit noch nicht fest.
Seine grössten Erfolge in den bisher 63 Grand-Prix-Starts feierte BMW-Sauber mit dem Premierensieg Kubicas im Juni 2008 im kanadischen Montréal. 2007 war das Team Zweiter in der Konstrukteurswertung geworden, allerdings begünstigt durch die damalige Disqualifikation von McLaren-Mercedes wegen der SpionageAffäre. Der derzeit um den WM-Titel kämpfende Sebastian Vettel feierte in einem BMW-Sauber 2007 seine Formel-1-Premiere, nachdem Kubica einen Unfall in Montréal gehabt hatte.
2005 hatte BMW die Übernahme des damaligen Schweizer Sauber-Teams bekanntgegeben. Zuvor war der bayrische Automobilhersteller seit 2000 Motorenlieferant für Williams. Der Rennstall hatte den ehrgeizigen Plan, innert weniger Jahre an die Weltspitze zu fahren, kontinuierlich umsetzen können. Vor der laufenden Saison war BMW-Sauber als ernsthafter Titelkandidat gehandelt worden. Mit dem neuen Wagen blieben die Weiss-Blauen allerdings deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück und haben selbst dem deutschen Mitbewerber Mercedes-Benz die Vorfahrt lassen müssen.
Offen bleibt vorerst, was mit den beiden Piloten Heidfeld und Kubica passiert. Beide müssen sich nun nach einem neuen Arbeitgeber umschauen.
Neben BMW sollen auch bei Toyota Überlegungen über einen Ausstieg sehr weit gereift sein. Ende vergangenen Jahres war bereits Honda ausgestiegen.






























































