China rettet die Branche
Der weltweite Autoabsatz sackt weiter ab, die Fallgeschwindigkeit lässt aber etwas nach. Nur in China sind die Verkaufszahlen stark gestiegen: Der chinesische Markt ist um mehr als 55 Prozent gegenüber 2008 gewachsen.
Die chinesischen Autohändler im Reich der Mitte verkauften im Mai 2009 eine knappe dreiviertel Million neue Autos. Das entspricht einem Plus von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Mai. Insgesamt wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres 2009 in China knapp drei Millionen Autos abgesetzt.
Der starke Anstieg könnte auf das staatliche Konjunkturprogramm sowie eine drastische Senkung der Verkaufssteuer für Personenwagen, deren Motoren weniger als 1,6 Liter Hubram besitzen, zurückgeführt werden.
In Europa ist der Markt im Wonnemonat Mai genau so trist wie in Amerika. Der US-Markt brach sogar um über ein Drittel ein; während in Westeuropa das Minus bei drei Prozent relativ niedrig liegt. Marktbeobachter führen dies auf staatliche Eingriffe wie die Abwrackprämie zurück.
Deutschland legte um 40 Prozent gegenüber Mai 2008 zu, Frankreich immerhin zwölf Prozent. Ausserhalb dieser beiden Länder lagen die Neuzulassungen in Westeuropa um 22 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auch die Märkte der neuen EU-Länder bleiben – von wenigen Ausnahmen abgesehen – mit minus 26 Prozent weiter schwach. Die weltweite Absatzkrise der Automobilindustrie ist damit noch nicht beendet, die Talfahrt aber immerhin leicht gebremst. In Europa insgesamt lagen die Neuzulassungen mit knapp 1,3 Mio. Fahrzeugen fünf Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats, im bisherigen Jahresverlauf beträgt das Minus allerdings noch 14 Prozent. Saisonbereinigt ergibt sich für den westeuropäischen Markt gegenüber dem Vormonat ein Zuwachs von sage und schreibe zwei Prozent.
Die stärksten Einbrüche in Westeuropa gab es in Spanien (minus 39 Prozent) und Grossbritannien (minus 25 Prozent). Dort wurden erst vor wenigen Wochen Massnahmen zur Steigerung der PW-Nachfrage beschlossen. Diese konnten sich noch nicht in den Absatzzahlen widerspiegeln. In Italien lagen die Neuzulassungen im Mai um knapp 9 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. In den neuen EU-Ländern gingen die Neuzulassungen im Mai um fast ein Viertel zurück.
Vor allem in Rumänien (minus 53 Prozent) und Ungarn (minus 66 Prozent) war die Nachfrage dramatisch eingebrochen, dagegen konnte die Tschechische Republik ein Plus von fast 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Auch in der Slowakei kletterte der Absatz um 44 Prozent nach oben. In Polen hingegen ist die Nachfrage – nach positiven Wachstumsraten der letzten Monate – im Mai erstmals mit minus drei Prozent wieder leicht rückläufig. In Russland führte die anhaltende schwierige gesamtwirtschaftliche Lage zu weiteren Nachfragerückgängen. Der russische Automobilmarkt verbuchte im letzten Monat einen regelrechten Absturz der Zulassungszahlen von gut 57 Prozent auf ca. 119’400 Fahrzeuge. Bremsend auf die Nachfrage wirken hier vor allem die weiterhin sehr hohen Kreditzinsen – bereits der Leitzins liegt bei 11 Prozent – für den Neuwagenkauf.
Der US-Markt hat im bisherigen Jahresverlauf um 37 Prozent nachgegeben. Im Mai ging der Absatz von Light Vehicles um fast 34 Prozent auf 923’300 Wagen zurück. Die deutschen Marken konnten im bisherigen Jahresverlauf ihren Marktanteil um gut einen Prozentpunkt auf 7,3 Prozent ausbauen. Erst eine Verschrottungsprämie nach europäischem Vorbild kann hier Aufschwung bringen – nachdem das US-Repräsentantenhaus bereits zugestimmt hat, fehlt noch das Votum des US-Senats für das rund vier Milliarden Dollar schwere Paket. In Brasilien hat bereits eine Abwrackprämie zu einem leichten Plus von drei Prozent (insgesamt 237’400 Autos geführt. Weiterhin schwach bleibt dagegen der japanische Markt mit einem Rückgang im Mai um 17 Prozent auf 244’600 Wagen. Im bisherigen Jahresverlauf sind die Verkäufe um gut ein Fünftel (minus 22 Prozent) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. In Indien lagen die Verkäufe im Mai mit 140’800 Autos (minus 1 Prozent) nur leicht unter dem Vorjahreswert. Seit Beginn des Jahres konnten die Zulassungen um fast 2 Prozent gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode gesteigert werden.






























































