Chrysler-Deal geplatzt?
Der angeschlagene US-Automobil-Konzern Chrysler wird wohl Insolvenz anmelden müssen. Verschiedene Gläubiger wollen die vorgesehene Umschuldung nicht mitmachen. Die Gespräche wurden abgebrochen. Eine Allianz mit Fiat rückt in weite Ferne.
Schwer angeschlagen: US-Automobilkonzern Chrysler
Die Umschuldung war auf gutem Weg. Immerhin hatten vier grosse Banken, allen voran die J.P. Morgan Bank denen Chrysler 70 Prozent seiner gesamten Verbindlichkeiten von ca 6,9 Milliarden Dollar (7,8 Milliarden Franken) schuldet, der Umschuldung bereits zugestimmt. Damit hing das Schicksal von Chrysler an den rund 40 Hedge Fonds, bei denen Chrysler die restlichen 30 Prozent der Schulden hat. Diese waren nicht einverstanden mit dem Deal, für den die US-Regierung insgesamt zwei Milliarden Dollar bereitgestellt hat. Sie verlangten einen besseren Deal. Dies, obwohl der Regierungs-Vertreter am Mittwochabend weitere 250 Millionen Dollar zugesagt habe. Einen noch höheren staatlichen Einsatz hat die Regierung abgelehnt.
Chrysler bekam von der US-Regierung eine Frist gesetzt, um ein umfassendes Sanierungskonzept vorzulegen. Diese Frist läuft heute Abend ab. Die geplante Partnerschaft mit dem italienischen Autobauer Fiat ist damit wohl geplatzt. Fiat wollte vorerst einen Anteil von 20 Prozent an Chrysler übernehmen und dafür die Chrysler-Patente für die Produktion von Kleinwagen und Motoren erhalten. Verschiedene Fiat-Motoren hätten in Chrysler-Werken gebaut werden sollen. Fiat behielt sich vor, seinen Anteil an Chrysler auf 35 Prozent auszubauen.
An der dritten Front galt es, mit der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) eine Einigung über Kostensenkungen zu erzielen. Noch am späten Mittwochabend wurde man sich einig. Weit über 80 Prozent aller Arbeiter stimmten dem Deal zu, der am 4. Mai hätte in Kraft treten sollen. Die Schulden des Konzerns an die Gewerkschaft sollen in Firmenanteile umgewandelt bzw. ganz gestrichen werden. Auch auf das Weihnachtsgeld wird vorerst verzichtet. Ein Sprecher der Gewerkschaft erklärte, dass dies zu schmerzhaften Einschnitten bei der aktiven Belegschaft und den Ruheständlern führen werde. Auch der Abbau vieler Arbeitsplätze erscheint unvermeidlich.
Noch am Mittwochabend zeigte sich US-Präsident Barack Obama zuversichtlich, dass Chrysler überleben könne, ohne Insolvenz zu beantragen. Chrysler hat seit Jahresbeginn von der US-Regierung bereits vier Milliarden Dollar erhalten. Obama betonte aber zugleich, die USA hätten trotz der vielfältigen Unterstützung keinerlei Absicht, die Automobilkonzerne zu verstaatlichen.






























































