Daimler stösst Chrysler ab
Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat die ehemalige US-Tochter Chrysler definitiv abgestossen. Die 19,9-prozentige Beteiligung ist nun in den Händen der New Yorker Cerberus Capital Management, die bereits die anderen 80,1 Prozent an der Chrysler LLC hält.
Daimler verzichtet auf die Rückzahlung gewährter Darlehen. Dass die Stuttgarter nicht an eine Rückzahlung geglaubt haben, wurde deutlich, als die Kredite bereits im Financial Report von 2008 vollständig abgeschrieben worden sind. Die letzten Verpflichtungen – zwei mal 200 Millionen Dollar Pensionsgelder zur Absicherung von Mitarbeitern - werden in den nächsten zwei Jahren erfüllt.
Unter dem Strich wird die Trennung im nächsten Quartalsabschluss mit 700 Millionen Dollar zu Buche schlagen. Cerberus, Chrysler und Daimler trennen sich mit reinem Tisch.
Chryslers Chancen auf Rettung durch den Staat stehen damit besser. Die Verhandlungen mit der US-Regierung, den Gewerkschaften und Gläubigern über einen Sanierungsplan stehen unter hohem Zeitdruck. Chrysler droht das Geld auszugehen.
Die US-Regierung hat Chrysler eine Frist bis Ende April gesetzt, um sein Sanierungskonzept zu überarbeiten und eine Allianz mit einem möglichen Übernahmekandidaten zu schmieden. Als Favorit wird der Turiner Autobauer Fiat gehandelt.
Rückblick: Am 3. August 2007 kaufte Cerberus für 5,5 Milliarden Euro von DaimlerChrysler 80,1 Prozent der Chrysler Group, wodurch die Chrysler LLC entstand. Das bisherige Mutterunternehmen DaimlerChrysler, das seither als Daimler AG firmiert, behielt eine 19,9-prozentige Minderheitsbeteilung an Chrysler.
Über die restlichen 19,9 Prozent verhandelte der deutsche Konzern seit September mit Cerberus. Cerberus verlangte von Daimler eine grosse Finanzspritze, weshalb die Gespräche ins Stocken kamen. Durch den Zeitdruck, den die US-Regierung den Parteien für einen Sanierungsplan auferlegt hat, sind die Verhandlungen im April wieder in Schwung gekommen und wurden jetzt mit einem für alle Parteien zufriedenstellenden Resultat abgeschlossen.
Zur offiziellen Mitteilung von Daimler






























































