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Der Wasserstoff-Benz

28.08.2009

Neues Brennstoffzellen-Auto von Mercedes-Benz: 100 Prozent Fahrspass, null Emissionen.

Mercedes-Benz B-Klasse F-CELLDa tropft Wasser aus dem Auspuff: Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL.

Mit der B-Klasse F-CELL bringt Mercedes-Benz sein erstes unter Serienbedingungen gefertigtes Brennstoffzellen-Auto auf die Strasse. Das umweltfreundliche Elektroauto überzeugt mit souveränen Fahrleistungen auf dem Niveau eines 2,0-Liter-Benziners und gleichzeitig voller Alltagstauglichkeit. Dabei begnügt sich der emissionsfreie Antrieb mit einem NEFZ-Verbrauch (Neuer Europäischer Fahrzyklus) von umgerechnet 3,3 Litern Treibstoff je 100 Kilometer (Diesel-Äquivalent).

Die Produktion der B- Klasse F-CELL startet Ende 2009 mit einer Kleinserie. Anfang nächsten Jahres werden die ersten der rund 200 Fahrzeuge an Kunden in Europa und den USA ausgeliefert.

Das neue Brennstoffzellenfahrzeug bietet viel Komfort und Sicherheit sowie ein uneingeschränktes Platzangebot in Innen- und Kofferraum. Und auch auf den Fahrspass müssen die Kunden nicht verzichten denn der Elektromotor entwickelt eine Spitzenleistung von 100 kW/136 PS und ein maximales Drehmoment von 320 290 Newtonmetern, das bereits von der ersten Umdrehung an zur Verfügung steht. Damit tritt die B-Klasse F-CELL ausgesprochen souverän an und beeindruckt mit dynamischen Fahreigenschaften, die zum Teil deutlich über dem Niveau eines Zweiliter-Benziners liegen. Dennoch begnügt sich der emissionsfreie Brennstoffzellen-Antrieb umgerechnet mit nur 3,3 Litern Treibstoff (Diesel-Äquivalent) je 100 Kilometer im NEFZ. Dank ihrer grossen Reichweite von circa 400 Kilometern und kurzen Betankungszeiten von rund drei Minuten wird lokal emissionsfreie Mobilität mit der B-Klasse F-CELL auch auf längeren Strecken zur Realität.

«2009 ist das Jahr, in dem wir weitere Meilensteine in Sachen nachhaltiger Mobilität setzen. Die B-Klasse F-CELL übernimmt dabei eine Pionierrolle als weltweit erstes Brennstoffzellen-Automobil, das unter Serienbedingungen produziert wird», so Dr. Thomas Weber, Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für Konzernforschung und Entwicklung Mercedes-Benz Cars.

Technologisches Herzstück ist die neue Generation des kompakten und leistungsstarken Brennstoffzellensystems. Dort reagiert das mit 700 bar an Bord gespeicherte Wasserstoffgas mit Luftsauerstoff. Dabei entsteht der Strom für den Elektromotor und reiner Wasserdampf. Selbst bei Temperaturen bis minus 25 Grad Celsius zeichnet sich das Brennstoffzellensystem der B-Klasse F-CELL durch eine sehr gute Kaltstartfähigkeit aus. Das Antriebssystem wurde im Vergleich zur 2004 vorgestellten F-CELL A-Klasse komplett neu entwickelt. So haben die Ingenieure von Mercedes-Benz Leistung, Drehmoment, Reichweite, Zuverlässigkeit, Startverhalten und Komfort deutlich verbessert. Die B-Klasse F-CELL bietet nun Fahrspass und Alltagstauglichkeit auf Mercedes Niveau – ohne lokale Emissionen.

Zum Boosten und zur Bremsenergierückgewinnung kommt wie bei einem verbrennungsmotorischen Hybrid eine Lithium-Ionen Batterie mit einer Leistung von 35 kW und einer Kapazität von 1,4 kWh zum Einsatz. Vorteile der Lithium-Ionen Technologie gegenüber herkömmlichen Batterien sind ihre kompakten Abmessungen, hohe Leistungsfähigkeit, grosser Ladewirkungsgrad und lange Lebensdauer.

Die B-Klasse F-CELL basiert auf der einzigartigen Sandwichboden-Architektur, die bereits aus der A- und B-Klasse bekannt ist. Der Vorteil: Die Antriebskomponenten liegen geschützt und Platz sparend im Sandwichboden, sodass der Innenraum ohne Einschränkung nutzbar ist und ein Kofferraumvolumen von 416 Litern zur Verfügung steht.

Auch in punkto Ausstattung kann sich die B-Klasse F-CELL sehen lassen. Auffällig ist die Sonderlackierung in Bonamitsilber sowie die exklusiven Leichtmetallräder im 10-Speichen Design. Und im Innenraum sorgen Lederausstattung, Sitzheizung, Klimaautomatik oder COMAND-System sowie weitere Ausstattungsfeatures für einen unverändert hohen Komfort.

Mercedes-typisches Sicherheitsniveau

Die Betriebssicherheit der B-Klasse F-CELL liegt unter allen Bedingungen auf dem gleichen hohen Niveau wie das von Mercedes-Fahrzeugen mit konventionellen Verbrennungsmotoren. Das integrierte Sicherheitskonzept der B-Klasse F-CELL trägt den spezifischen Eigenschaften des innovativen Antriebssystems Rechnung. Dabei flossen unter anderem die langjährigen Erfahrungen von Mercedes-Benz bei Brennstoffzellen-Antrieben und Hochvolt-Anwendungen mit ein. Die Sicherheit der antriebsspezifischen Komponenten der B-Klasse F-CELL haben die Mercedes-Ingenieure durch mehr als 30 zusätzliche Crashtests geprüft und optimiert.

Tankstellennetz als Voraussetzung

Mit über 100 Testfahrzeugen und nach mehr als 4,5 Millionen gefahrenen Testkilometern verfügen Daimler und Mercedes-Benz über die weltweit umfassendste Erfahrung mit Brennstoffzellenfahrzeugen. Die B-Klasse F-CELL ist ein weiterer Beleg dafür, welchen hohen Reifegrad diese Technologie im Automobil bereits erreicht hat. Um das lokal emissionsfreie Fahren im grösseren Umfang Realität werden zu lassen, ist nun noch der Aufbau eines flächendeckenden Netzes von Wasserstoff-Tankstellen notwendig. Dafür engagiert sich das Unternehmen unter anderem im Rahmen von Gemeinschaftsprojekten mit der öffentlichen Hand, Energieerzeugern und Mineralölindustrie beispielsweise in Hamburg und Stuttgart sowie in Kalifornien.

Mercedes-Benz sieht die Entwicklung von Elektroautos mit Batterie- und Brennstoffzellenantrieb für das lokal emissionsfreie Fahren der Zukunft als Ergänzung zu den Fahrzeugen mit High-Tech Verbrennungsmotoren. Moderne Diesel und Benziner werden auch noch auf längere Sicht eine wichtige Antriebsform für das Automobil bleiben – im Individualverkehr mit Personenwagen, insbesondere auf Langstrecken, und vor allem beim Güterverkehr mit Lastwagen. Im städtischen Verkehr werden zunehmend Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen.

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