Deutschland: Eine Million Elektroautos bis 2020
Das massentaugliche Elektroauto soll nach den Vorstellungen von Industrie und Regierung schon bald im nächsten Jahrzehnt auf den Markt kommen. Bis 2020 sollen eine Million Elektroautos das Bild in den Städten mitbestimmen.
50 Stück in Berlin: BMW Mini E
Das sagten der deutsche Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Umweltminister Sigmar Gabriel bereits im November 2008. Für 2030 seien mindestens fünf Millionen solcher Fahrzeuge zu erwarten, fügte Gabriel hinzu. Der Staat werde dazu seine Fördermittel auf bis 500 Millionen Euro (750 Millionen Franken) erhöhen.
Erheblich mehr Forschungsmittel als angekündigt forderte der Verband der Automobilindustrie (VDA). «Der Staat muss mehr tun», sagte Verbandschef Matthias Wissmann. Der Autobauer BMW und der Stromkonzern Vattenfall stellten ihr gemeinsames Elektroauto-Projekt, den «Mini E», in Berlin vor.
Daimlers Kandidat: Smart Fortwo electric drive.
Dort sollen in den nächsten Wochen 50 dieser Kleinwagen - auch als Antwort auf den «Smart Fortwo electric drive» von Daimler - an den Start gehen. Weiter sind 50 Fahrzeuge im Grossraum London und 500 in den USA geplant. In Berlin sollen zunächst 50 Stromsäulen aufgestellt werden. Auch Kunden von der Vattenfall-Konkurrenz können sie nutzen. Der Ladevorgang, der auch an der Steckdose zu Hause möglich sein soll, dauert zweieinhalb Stunden.
Noch keine Langstrecken möglich
Reithofer betonte, dass das Fahrzeug wegen begrenzter Speicher-Möglichkeiten noch keine Langstrecken bewältige. Die Reichweite des «Mini E» liege bei maximal 250 Kilometern.
Weg vom Öl
Daneben müssten für die Zukunft weiterhin auch andere Alternativen wie der Wasserstoffantrieb und die Brennstoffzelle erprobt werden. Es sei aber «klar, dass mindestens in den nächsten zehn Jahren der optimierte Verbrennungsmotor - Benziner ebenso wie Clean Diesel - noch das Rückgrat der individuellen Mobilität bleiben wird.» Deutschland könne bei der Technologie Weltmarktführer werden. Das gehe aber nur, wenn die von der Bundesregierung angebotenen Forschungsmittel wie in Japan deutlich höher als 60 Millionen Euro kletterten.
Bei Elektroautos gehen E.ON und VW einerseits zusammen sowie RWE und Daimler andererseits. Auch der Osnabrücker Cabriospezialist und Autozulieferer Karman hat bereits eine Kooperation mit dem Stromversorger EWE in die Wege geleitet und einen ersten Entwurf für ein gemeinsames Elektroauto-Projekt präsentiert.
Das deutsche Bundes-Umweltministerium erklärte: «Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität zu entwickeln.»
Gefördert werden soll künftig vor allem die Lösung des Problems der Stromzufuhr über Speicherbatterien und Steckdose. Das betrifft reine Elektroautos in der Zukunft ebenso wie die bereits weiterentwickelten Hybrid-Fahrzeuge mit parallelem Elektroantrieb und Benzinmotor.
Jetzt, in der Wirtschaftskrise biete die Elektromobilität gerade für die deutsche Automobil- und Zulieferindustrie grosse Chancen. «Denn in den wichtigen Märkten weltweit ist eine zunehmende Verschärfung der CO2- und Abgas-Gesetzgebung zu beobachten. Und bei den Pw- Käufern spielen die Betriebskosten eines Fahrzeugs nach den Erfahrungen mit den hohen Benzinpreisen eine deutlich wichtigere Rolle.» Niedrige Ölpreise könnten beim Anspringen der Welt-Konjunktur schnell wieder ansteigen.






























































