Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) senkt Zahl der Todesopfer auf Strassen.
Bei seiner Lancierung Anfang 90er Jahre war das ESP (elektronisches Stabilitätsprogramm) nur wenigen Fahrzeugen der Oberklasse vorbehalten. Mittlerweile gehört es beinahe zum Standard bei Neuwagen. Bereits 85% aller Neuwagen sind damit ausgetattet.
Nachholbedarf gibt es noch bei den Fahrzeugen der Klein- und Mikroklasse – Bis zu 4'000 Unfalltote könnten in Europa jährlich verhindert werden
Laut einer Untersuchung des TCS verfügen 22 Prozent der in der Schweiz erhältlichen Neuwagen der Klein- und Mikroklasse nicht über ein ESP. Bei rund der Hälfte dieser Fahrzeugklassen gibt es jedoch den elektronischen Helfer gegen Aufpreis. In der Kategorie der Vans, Minivans, Geländewagen und SUVs ist bei rund 9 Prozent kein ESP verbaut. Etwas besser verhält es sich bei der unteren Mittelklasse, mit einem serienmässigen Anteil von 92 Prozent. In der Kategorie der Coupés und Cabriolets liegt der Anteil gar bei 95 Prozent. Die Neufahrzeuge der Luxus- und oberen Mittelklasse sind alle serienmässig mit ESP ausgestattet.
Bei 27,6% aller Unfälle mit Personenschäden in der Schweiz handelt es sich um einen Schleuder/Selbstunfall, bei Unfällen mit Todesfolge sind es sogar 48,2% (BFS, Stand 2008). Laut Euro NCAP könnten in Europa durch den Einsatz von ESP jährlich bis zu 4'000 Unfalltote und 100'000 Verletzte verhindert werden.
In Deutschland wird bei diversen Kleinwagen das ESP bereits bei der Basisvariante serienmässig angeboten, während in der Schweiz das ESP beim gleichen Modell jedoch nur gegen Aufpreis zu haben ist.
Doch bald wird der elektronische Schutzengel ESP bei allen Fahrzeugtypen die Regel sein. Denn ein Beschluss des Europaparlaments aus dem Jahr 2009 besagt, dass ab November 2011 alle in der EU neu zugelassenen Personenwagen und Lastwagen serienmässig mit dem ESP ausgerüstet sein müssen. Dieser Beschluss kommt auch der Schweiz zugute, denn mehr als 98 Prozent der erteilten schweizerischen Fahrzeugtypen-Genehmigungen für Personenwagen basieren auf einer EG-Gesamtgenehmigung. Bei den übrigen 2 Prozent handelt es sich um Einzelfahrzeuge und Exoten, welche bis auf weiteres von diesem Beschluss ausgenommen sind.
Tipp beim Fahrzeugkauf: Käufer sollten beim Kauf von Neuwagen oder Occasionen auf das Vorhandensein eines ESP zu achten, denn damit erhöht sich nicht nur die Fahrsicherheit, sondern auch der Wiederverkauswert des Fahrzeuges.
Wie funktioniert das ESP?
In den 90er Jahren vom Autozulieferer Bosch initiiert, verhindert das Fahrassistenzsystem durch gezieltes automatischen Bremsen einzelner Räder das Ausbrechen des Fahrzeugs. Dies kann vor allem in der kalten Jahreszeit auf nassen oder gar verschneiten Strassen hilfreich sein. Verlieren die Reifen aufgrund dieser widrigen Witterungsbedingungen die Bodenhaftung und gerät das Fahrzeug ins Schleudern, bremst das ESP gezielt einzelne Räder ab, um dem Schleudern entgegenzuwirken. Dies geschieht ohne Zutun des Fahrers. Doch auch das ESP hat seine Grenzen: So kann trotz elektronischem Schutzengel bei überhöhter Geschwindigkeit oder nicht angepasster Fahrweise, ein Abkommen von der Strasse nicht verhindert werden.






























































