Formel 1: FIA lenkt ein
Einen Tag vor Bekanntgabe, welche Teams die WM 2010 bestreiten, haben Ferrari und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone noch gegenseitig Drohungen ausgestossen. Jetzt scheint der Automobil-Weltverband FIA offenbar zu Zugeständnissen bereit zu sein.
Werden wir wohl auch in der nächsten Saison erleben: Boxenstopp bei Ferrari.
FIA-Präsident Max Mosley liess Ferrari-Chef Luca Di Montezemolo, der auch die Team-Vereinigung FOTA präsidiert, in einem Brief den Entscheid des Automobil-Weltverbandes FIA zukommen, das neue, bis 2012 gültige Concorde Agreement unterschreiben und «in grossen Teilen» die Bedingungen der Teams akzeptieren zu wollen. Im sogenannten Concorde Agreement sind die technischen, administrativen und finanziellen Belange der Formel 1 zwischen der FIA, dem von Bernie Ecclestone geleiteten Formula One Management FOM und den Teams niedergeschrieben.
Zuvor stellte Ferrari klar, dass der Automobil-Weltverband FIA die Scuderia nicht nominieren dürfe, wenn er nicht auf ihre Forderungen und der anderen sieben Rennställe der Teamvereinigung FOTA eingehe. Ecclestone drohte, für den Fall, dass einige Teams aussteigen, rechtliche Schritte und Klagen an. Weil die Formel 1 einen massiven Attraktivitätsverlust erfahren würde, könnte ein Rechtsfall leicht mehrere hundert Millionen Streitwert annehmen.
«Die Position von Ferrari hat sich nicht geändert», sagte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali auf der Ferrari-Homepage. «Wir werden alles tun, um eine Lösung zu finden, die für alle Seiten akzeptabel ist. Wenn das nicht möglich ist, darf die FIA Ferrari nicht in die Liste der Teams für die WM 2010 aufnehmen.» Bisher haben sich nur Williams und Force India ohne Bedingungen für die kommende Saison gemeldet.
Die acht FOTA-Rennställe haben sich auf Vorschlag von FIA-Präsident Max Mosley am 29. Mai vorbehaltlich eigener Bedingungen eingeschrieben. Auf das 500-Seiten-Papier mit Vorschlägen für die Rennsaison 2010 hat Mosley noch keine Stellung bezogen. Am Freitag will er die 13 Teams für das kommende Jahr nominieren. Insgesamt haben 22 Rennställe Anträge gestellt.
Bei Ferrari pocht Ecclestone darauf, dass sich die Scuderia - das einzige Team, das seit WM-Beginn 1960 dabei ist - bis 2012 vertraglich gebunden ist. Die Scuderia Ferrari fühlt sich von jeglicher Verpflichtung entbunden, da sie bei der Planung der Regeländerungen nicht konsultiert worden sei.
«Wenn irgendwer aus Verträgen mit Firmen oder Fernsehen aussteigt, würden wir das als sehr ernst betrachten», sagte Ecclestone dem Daily Express: «Das würde einen Vertragsbruch bedeuten. Ich tue so etwas nicht, und so würde ich das auch nicht einfach geschehen lassen. Da könnte es um mehrere hundert Millionen gehen, wer weiss das schon?»
| Stein des Anstosses ist immer noch die für die Saison 2010 vorgesehene Budget-Obergrenze von 45 Millionen Euro. Wer diese Limite einhält, wird mit grösseren Freiheiten bspw. bei der Fahrzeug-Aerodynamik belohnt. Die in der FOTA organisierten Teams wollen sich gegen eine Zweiklassengesellschaft in der Formel 1 wehren. |
Die Budgets der Formel 1 Teams 2009 (geschätzt):
Toyota (Hauptsponsor: Panasonic)
Fahrer: Jarno Trulli, Timo Glock, Budget: 430 Millionen Dollar
Ferrari (Hauptsponsor: Marlboro)
Fahrer: Kimi Räikkönen, Felipe Massa, Budget: 410 Millionen Dollar
McLaren (Hauptsponsor: Vodafone)
Fahrer: Lewis Hamilton, Hikki Kovalainen, Budget: 400 Millionen Dollar
BMW (Hauptsponsor: Petronas)
Fahrer: Nick Heidfeld, Robert Kubica, Budget: 350 Millionen Dollar
Red Bull (Hauptsponsor: Red Bull)
Fahrer: Mark Webber, Sebastian vettel, Budget: 280 Millionen Dollar
Renault (Hauptsponsor: ING)
Fahrer: Fernando Alonso, Nelson Piquet Jr., Budget: 250 Millionen Dollar
Williams (Hauptsponsor: Philips)
Fahrer: Nico Rosberg, Kazuki Nakajima, Budget: 200 Millionen Dollar
Brawn (Hauptsponsor: keiner)
Fahrer: Jenson Button, Rubens barrichello, Budget: 150 Millionen Dollar
Toro Rosso (Hauptsponsor: Red Bull)
Fahrer: Sebastien Bourdais, Sebastian Buemi, Budget: 100 Millionen Dollar
Force India (Hauptsponsor: Kingfisher)
Fahrer: Adrian Sutil, Giancarlo Fisichella, Budget: 90 Millionen Dollar






























































