GM gibt Opel frei
Der Opel-Aufsichtsrat hat die Übertragung der europäischen General-Motors-Einheiten an Opel beschlossen. Damit ist der Weg frei für die Eigenständigkeit von Opel. Eine Insolvenz von GM rückt derweil immer näher.
Opel Hauptsitz in Rüsselsheim.
Der Mutterkonzern General Motors (GM) habe mit sofortiger Wirkung die europäischen Unternehmensteile schuldenfrei auf seine deutsche Tochter Adam Opel GmbH übertragen. Das teilte das Unternehmen in Rüsselsheim mit. Die Übertragung schliesse alle europäischen Werke, Rechte und Patente ein. Dennoch bleibe Opel vorerst zu einhundert Prozent eine GM-Tochter. Nicht übertragen worden seien die ebenfalls GM gehörenden Werke des schwedischen Autobauers Saab.
«Damit ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem Trennungsbeschluss gemacht», sagte ein Mitglied des Opel-Aufsichtsrats. Eine formale Trennung von GM wiederum macht eine eigenständige Rettung für Opel immer wahrscheinlicher.
Nach Angaben aus dem Opel-Aufsichtsrat bestätigte das Kontrollgremium zudem einen Vertrag mit der Bundesregierung und GM über die Bildung eines Treuhandmodells sowie über eine staatliche Zwischenfinanzierung für Opel. Die Brückenfinanzierung könnte nach den Worten von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) ebenfalls bereits an diesem Mittwoch beschlossen werden.
Am Mittag berieten die zuständigen Bundesminister im Kanzleramt über Opel. Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt. Über das Treuhandmodell will die Bundesregierung in der Nacht zum Donnerstag mit der US-Regierung Einvernehmen erzielen.
Mit dem juristischen Schritt der Vermögensübertragung soll Opel aus der drohenden GM-Insolvenz in den USA herausgehalten werden. Eine vollständige Abspaltung vom Mutterkonzern bedeutet das indessen nicht. Vielmehr wird bis zum Zuschlag für einen Investor ein Gremium aus Bundesregierung und GM die Geschicke der europäischen Unternehmensteile lenken.
Die Insolvenz von GM rückt unterdessen immer näher. Der grösste US-Autobauer teilte am Mittwoch mit, er sei mit einem Abfindungsangebot an seine Gläubiger gescheitert. Diesen war ein Anteil von zehn Prozent am Unternehmen angeboten worden, dafür sollten sie im Gegenzug auf eine Rückzahlung von 27 Milliarden Dollar verzichten.
GM kann somit eine der Bedingungen der US-Regierung für Staatshilfen nicht erfüllen. Sie hatte GM eine Frist bis kommenden Montag gesetzt, einen tragfähigen Sanierungsplan vorzulegen, zu dem auch die erfolgreiche Abfindung der Gläubiger gehörte. Als so gut wie letzter Rettungsweg gilt nun ein Insolvenzverfahren mit Gläubigerschutz, das schon für die nächsten Tage erwartet wird.
Vier Interessenten - EU-Kommission will mitreden
Für Opel sind bislang vier Kaufinteressenten bekannt: Der italienische Autobauer Fiat, der kanadische Zulieferer Magna, der Finanzinvestor RHJ und der chinesische Autohersteller BAIC.
In die Krisengespräche über Opel will sich offenbar nun auch die EU-Kommission einschalten. Sie plant ein kurzfristiges Treffen mit den Wirtschafts- und Industrieministern der betroffenen EU-Staaten. Dieses solle dem «Koordinierungs- und Informationsaustausch» dienen und «so schnell wie möglich» stattfinden, sagte ein Sprecher von Industriekommissar Günter Verheugen am Mittwoch in Brüssel. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso betonte, Europa müsse koordiniert auf die Krise reagieren. «Es ist nicht nur ein deutsches, sondern ein europäisches Problem.» Eines der Opel-Werke befindet sich in Belgien.






























































