GM temporär verstaatlicht
Nach 101 Jahren Firmengeschichte hat der einst grösste Automobil-Konzern der Welt, General Motors, Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Es ist der grösste Bankrott in der Geschichte der US-Industrie. Jetzt übernimmt der Staat den schwankenden Industriegiganten.
General Motors Hauptsitz in Detroit.
Nach dem Gang in die Insolvenz wollen US-Regierung und GM-Führung den Blick nach vorne richten. US-Präsident Obama und Konzernchef Henderson zeigen Zuversicht.
Der Umstrukturierungsplan von General Motots sei «glaubhaft und vielversprechend», erklärte US-Präsident Barack Obama in Washington. Weiter kündigte er an, der Staat werde GM mit einer weiteren Finanzspitze in Höhe von 30 Milliarden Dollar wieder auf die Beine helfen.
Die US-Regierung wird vorübergehend 60 Prozent der Anteile von General Motors übernehmen. Aus den geschäftlichen Entscheidungen bei GM werde sich die Regierung weitgehend heraushalten.
General Motors hat bisher fast 20 Milliarden Dollar Staatshilfe aus Washington erhalten. Auch Kanada will 9,5 Milliarden Dollar Staatsgelder zur Verfügung stellen und erhält dafür 12,5 Prozent der GM-Anteile. 17,5 Prozent sollen an eine Treuhandgesellschaft der Gewerkschaft UAW (United Auto Workers) gehen; die bisherigen Gläubiger sollen zunächst zehn Prozent erhalten, verbunden mit der Option, den Anteil auf bis zu 25 Prozent zu erhöhen. GM-Lenker Fritz Henderson sieht GM nach Abschluss des Insolvenzverfahrens «schlanker, schneller, kunden- und produktorientierter».
General Motors erwartet, dass das Insolvenzverfahren zwischen 60 und 90 Tage dauern wird. Dann soll der Konzern weniger Mitarbeiter, weniger Produktionsstätten und ein zurechtgestutztes Händlernetz haben. Der Umstrukturierung werden rund 21.000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Ein Drittel der Arbeiter wird entlassen, einen Sozialplan gibt es nicht.
Die Umstrukturierung wird wohl von Al Koch geleitet werden. Koch hat mit seiner Beraterfirma AlixPartners LLP bereits die Handelskette Kmart nach ihrer Insolvenz erfolgreich reorganisiert.
Mit dem Gang in die Insolvenz folgt GM dem Erzkonkurrenten im US-Autogeschäft, Chrysler, der bereits Ende April Antrag auf Insolvenz gestellt hatte. Nach dem einmonatigen Insolvenzverfahren hat Chrysler inzwischen grünes Licht für eine Allianz mit dem italienischen Fiat-Konzern.
Das Rettungspaket für die deutsche GM-Tochter Opel ist durch die Insolvenz des Mutterkonzerns nicht gefährdet. Opel sei «nicht betroffen, was immer auch in den USA passieren mag», versicherte ein Sprecher von GM Europe.






























































