GM: Insolvenzantrag per 1. Juni?
General Motors (GM) könnte im Sommer zahlungsunfähig sein. Laut der «New York Times» hat die US-Regierung das Unternehmen angewiesen, einen Insolvenzantrag zum 1. Juni vorzubereiten. Ziel sei ein «chirurgischer Bankrott», bei dem GM in einen «guten» und einen «schlechten» Teil aufgespalten werde, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen.
Neonreklame eines GM-Händlers
Der marode Teil von GM mit unverkäuflichen Marken und Fabriken könne über mehrere Jahre abgewickelt werden. Weder GM noch das US-Finanzministerium wollten sich dazu äussern.
Der Insolvenzantrag soll schnell gestellt werden können, falls der Automobilhersteller sich mit Anteilseignern nicht über den Tausch von etwa 28 Milliarden Dollar Schulden in Firmenanteile einigen könne, berichtete die Zeitung weiter. Offene Fragen gebe es auch in den Gesprächen mit den Gewerkschaften. Zuvor hatte die Regierung bereits den Druck auf die Gläubiger erhöht, weitere Zugeständnisse zu machen. Eigentlich sollten 90 Prozent der GM-Unternehmensanteile an die Gläubiger gehen. Dies wird laut «Wall Street Journal» mittlerweile als zu grosszügig angesehen.
Ein überlebensfähiges, neu aufgestelltes Unternehmen soll nach Insiderangaben die Insolvenz schon nach zwei Wochen wieder verlassen, berichtete die «New York Times». Der Rest von GM könne nach Einschätzung von Rechtsexperten und Regierung Staatsgelder von bis zu 70 Milliarden Dollar benötigen.
Keine Gefahr für Opel
GM-Tochter Opel sieht in der möglichen Insolvenz der Mutter keine Gefahr für den deutschen Autobauer. Ein Opel-Sprecher sagte, das Unternehmen befürchte «im Rahmen der bis jetzt getroffenen Massnahmen und der Geschäftsentwicklung im Falle einer Insolvenz» keine Auswirkungen auf das Europa-Geschäft. Zuvor hatte der GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster bereits gesagt, eine mögliche Insolvenz von General Motors sei keine Gefahr für Opel. «Unsere Produktion und den Verkauf von Autos in Europa würde es nicht betreffen», so Forster.
Steigt der Staat bei GM ein?
Die US-Regierung denke auch über den Einstieg des Staates bei GM nach. Die Beteiligung könne im Tausch für einen Teil der bisherigen staatlichen Milliardenkredite an GM erfolgen, so die US-Wirtschaftsagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Auf diese Weise würde die Schuldenlast des Automobilherstellers etwas verringert. Der Einstieg wäre aber in jedem Fall nur vorübergehend geplant und würde nur einen verkleinerten GM-Konzern betreffen, der die überlebensfähigen Unternehmensteile umfasst. Das US-Finanzministerium und GM selbst lehnten eine Stellungnahme dazu ab.
Zum Artikel der New York Times.






























































