Alpeninitiative fordert Volksabstimmung zu 2. Gotthard-Röhre
Wer sagt, die Schweiz könne einen zweiten Autotunnel durch den
Gotthard bauen und gleichzeitig die Kapazitäten auf dem jetzigen
Niveau halten, betreibt Augenwischerei. Diesen Schluss legt eine
Untersuchung nahe, die das Bündner Büro Hartmann&Sauter im Auftrag
der Alpen-Initiative durchgeführt hat.
Damit ist klar, dass es ohne Volksabstimmung keine zweite Röhre geben kann. Mehrverkehr wiederum schadet dem Klima.
Rein technisch gesehen wären am Gotthard beliebig viele Röhren
machbar. Die Bundesverfassung verbietet aber, dass die Kapazitäten
der Transitstrassen durch die Alpen ausgebaut werden. Das bedeutet
unter anderem, dass die zwei Fahrspuren, die heute durch den Gotthard
führen, nicht auf drei oder vier erhöht werden dürfen. Projekte, die
diesen Verfassungsgrundsatz verletzen, müssen dem Volk zur Abstimmung
unterbreitet werden. Alles andere widerspräche den Grundsätzen
unserer Demokratie.
Der Gotthard-Strassentunnel muss in absehbarer Zeit saniert
werden. Als Variante wird eingebracht, man solle vorgängig einen
zweiten Tunnel bohren, damit der Verkehr auch während der Sanierung
ungehindert fliessen kann. Eine Untersuchung des Raum- und
Verkehrsplanerbüros Hartmann&Sauter zeigt nun, dass ein zweiter
Strassentunnel in jedem Fall die Durchfahrtskapazitäten erhöhen
würde. Vier Varianten hat das Büro untersucht. Fazit: Es ist
schlichtweg unmöglich, Massnahmen zu treffen, welche aus technischer
und finanzieller Sicht langfristig wirksam die Inbetriebnahme eines
dritten oder vierten Fahrstreifens verunmöglichen.
Das heisst konkret: Ist eine zweite Röhre einmal gebaut, werden
die zusätzlichen Fahrspuren auch genutzt werden. Für die Lastwagen
wäre dies die perfekte Einladung, und die Verlagerung des
Güterverkehrs auf die Schiene würde zusätzlich erschwert.
Politisch ist aus der Untersuchung zu folgern: Wer einen zweiten
Strassentunnel durch den Gotthard ohne Volksabstimmung bauen will,
führt das Volk an der Nase herum. Aus institutionellen und
materiellen Gründen ist eine Abstimmung zwingend.






























































