Hochzeitsvorbereitungen bei VW und Porsche
Der Aufsichtsrat der Volkswagen Aktiengesellschaft hat heute in seiner ausserordentlichen Sitzung die Schaffung eines integrierten Automobilkonzerns mit Porsche unter Führung von Volkswagen befürwortet. In Stuttgart rollen die Köpfe.
Händedruck beim 100-Jährigen letzte Woche bei Audi: Ferdinand Piech und Wendelin Wiedeking.
Der Volkswagen Vorstand wird nun Gespräche mit den neuen Verantwortlichen bei Porsche aufnehmen, um gemeinsam ein finales Konzept für die Erreichung dieses Ziels zu erarbeiten. Zudem sollen durch einen umfassenden Prüfungs- und Bewertungsprozess die Voraussetzungen für die Unterzeichnung einer Grundlagenvereinbarung über die Zusammenführung der beiden Unternehmen geschaffen werden.
Der integrierte Automobilkonzern soll durch die schrittweise Beteiligung von Volkswagen an der Porsche AG und die abschliessende Verschmelzung der Porsche Automobil Holding SE mit der Volkswagen AG entstehen. Porsche wird dabei ein eigenständiges Unternehmen mit Sitz in Stuttgart bleiben. Dieses Grundkonzept stellt nach Auffassung aller Beteiligter die bestmögliche Lösung für die beabsichtigte Bündelung der Kräfte dar.
Prominente Abgänge bei Porsche
Die Porsche-Bosse Wendelin Wiedeking und Holger Härter verlassen das Unternehmen. Der Aufsichtsrat der Porsche Automobil Holding SE, Stuttgart, hat sich heute mit Dr. Wendelin Wiedeking und Holger P. Härter über ihre Demission geeinigt. Beide Vorstände werden die Porsche SE und die Dr. Ing. h. c. F. Porsche AG mit sofortiger Wirkung verlassen, stehen den Gesellschaften aber auf Wunsch des Aufsichtsrats weiterhin beratend zur Verfügung. Ihre Aufsichtsratsmandate bei der Volkswagen AG und der Audi AG legen sie ebenfalls nieder. Wiedeking und Härter kamen in den letzten Wochen zur Auffassung, dass es für die weitere strategische Entwicklung der Porsche SE und der Porsche AG besser sei, wenn sie als handelnde Personen künftig nicht mehr an Bord sind. Sie möchten mit diesem Schritt einen wichtigen Beitrag zur Befriedung der Situation leisten und die Bemühungen um einen integrierten Automobilkonzern fördern. Beide Herren werden den Wechsel an der Spitze von Porsche positiv begleiten und die neuen Vorstände in ihren Aufgaben unterstützen. Nachfolger von Wendelin Wiedeking in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender Porsche AG wird der bisherige Produktionsvorstand der AG, Michael Macht. Stellvertreter wurde Thomas Edig, Vorstand Personal- und Sozialwesen der Porsche AG. Macht und Edig wurden darüber hinaus auch zu Vorständen der Porsche SE ernannt, Macht mit Zuständigkeitsbereich Technik und Produkte, Edig mit Verantwortung für den kaufmännischen Bereich und die Administration. Der Aufsichtsrat dankte den beiden ausscheidenden Vorständen für die jahrelange erfolgreiche Arbeit.
Volkswagen begrüsst die Absicht der Familiengesellschafter Porsche und Piëch, den weiteren Prozess intensiv zu begleiten und auch in Zukunft grösster, unternehmerisch handelnder Aktionär von Volkswagen zu bleiben. Der Aufsichtsrat der Porsche SE hat heute ebenfalls die Schaffung des integrierten Konzerns befürwortet und dafür wichtige Weichen gestellt.
Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft, erklärte: «Die angestrebte Zusammenführung von Volkswagen und Porsche folgt einer zwingenden industriellen Logik und bietet vielversprechende Perspektiven: Sie macht zwei starke Unternehmen noch stärker. Volkswagen und Porsche verfügen über exzellentes Know-how und können ihre Ressourcen gemeinsam noch besser nutzen. Wir erwarten daher zusätzliche Wachstumschancen. Damit werden bestehende Arbeitsplätze gesichert und neue Arbeitsplätze geschaffen. Wir können zudem auf unsere grosse Erfahrung in der Integration erfolgreicher, stolzer Marken mit grosser Tradition zurückgreifen. Wie heute schon Audi würde sich auch Porsche unter dem Dach von Volkswagen weiter eigenständig entwickeln und seine Identität bewahren können. Wir haben grossen Respekt vor den Leistungen der Porsche-Mitarbeiter und sind davon überzeugt, dass Porsche eine Bereicherung für den Volkswagen Konzern wäre – ebenso wie Volkswagen eine Bereicherung für Porsche.»






























































