Hummer à la Chinoise
Die mächtigen Spritschlucker gelten als Mitverursacher der GM-Krise, dennoch hat der insolvente Konzern einen Interessenten für seine Geländewagen gefunden. Die Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery will den Hummer übernehmen - zum Spottpreis.
Hummer in freier Wildbahn: Hummer H1, H2 SUT, H3
Die Übernahme solle im dritten Quartal abgeschlossen werden, teilte Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery am Dienstag mit. Über finanzielle Details werde derzeit nicht entschieden. Die Zentrale und Aktivitäten von Hummer sollten in den USA bleiben. Kommt das Geschäft zustande, würden damit mehr als 3000 Arbeitsplätze in Amerika gesichert. Auch das Management soll bleiben.
Nur einen Tag nach ihrem Insolvenzantrag hat General Motors damit mit der geplanten Schrumpfkur begonnen. Der Konzern hatte am Dienstag mitgeteilt, eine vorläufige Einigung zu Hummer mit einem Käufer erreicht zu haben. Den Namen hatte GM aber nicht genannt. Experten zufolge wird der Verkauf möglicherweise nicht mehr als 100 Mio US-Dollar (ca 105 Mio Franken) in die Kassen spülen. 2008 hatte GM Hummer vergeblich für rund 500 Mio US-Dollar (525 Mio Franken) angeboten. Tengzhong ist ein Privatunternehmen, das im Strassenbau, Hochbau und der Ausrüstung für die Energieindustrie tätig ist.
Der wuchtige Hummer, der Händlern zufolge je nach Typ schon mal 397 PS hat und in der Stadt rund 21 Liter Sprit verbraucht, war zuletzt zum Inbegriff einer verfehlten Modellpolitik des einst weltgrössten Autobauers geworden. 2008 war der Absatz in den USA um 51 Prozent auf nur noch 27’500 Fahrzeuge eingebrochen. Im Zuge gestiegener Spritpreise und der Diskussion um umweltschonendere Autos wurde der Hummer immer unattraktiver. Selbst Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger verkaufte seine einst aus acht Fahrzeugen bestehende Hummer-Flotte.
Der Verkauf ist Teil der GM-Strategie, schlanker aus der Insolvenz hervorzugehen. So sollen bis Ende 2009 auch die Marken Saab und Saturn veräussert werden und die Marke Pontiac bis Ende 2010 eingestellt werden. GM will sich dann auf Buick, Chevrolet, Cadillac und GMC konzentrieren. Sie machen jetzt schon 80 Prozent des Umsatzes aus. Für Saturn soll es 16 Interessenten geben und drei für den schwedischen Hersteller Saab.






























































