Crashtests beweisen: kleinere Personen im Auto gefährdeter
Nach jüngsten Crashtests der Unfallforschung der Versicherer (UDV) haben kleine Autofahrer ein höheres Risiko, bei einem Frontalaufprall schwer verletzt zu werden. Aufgrund ihrer geringeren Durchschnittsgröße sind vor allem Frauen davon betroffen. Ursache dafür könnte die konstruktionsbedingt zu dichte Sitzposition vor dem Armaturenbrett sein.
Mit zwei Crashtests wurde diese Vermutung jetzt untermauert: Ein kleiner Fahrer-Dummy zeigte in seiner normalen Sitzposition deutlich höhere Belastungswerte an den Oberschenkeln als ein optimal positionierter Fahrer. Zum Schutz kleiner Pkw-Fahrer, so Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, sollte die Ergonomie im Auto verbessert werden. Zusätzlich muss erforscht werden, ob und wie beispielsweise Knieairbags, verstellbare Pedale und besser einstellbare Lenkräder die Sicherheit von kleinen Fahrern verbessern kann.
Bei den Crashtests fuhren zwei Kleinwagen mit 50 km/h gegen eine starre Stufenbarriere. Beim ersten Test wurde ein 1,50 m großer Dummy als Fahrer so im Auto positioniert, wie es aus Sicht der Unfallforscher wünschenswert wäre. Da der Dummy in dieser Position aber nicht die Pedale erreicht, wurde für den Versuch eine Pedalverlängerung montiert. Im zweiten Test wurde der Dummy so platziert, wie es in der Praxis notwendig wäre, um die Pedale zu erreichen, also recht nahe am Lenkrad.
Ergebnis der Tests: Da es in der vorderen - also in der Realität einzig möglichen - Sitzposition zum intensiven Knieanprall an der Instrumententafel kommt, steigen die Oberschenkel-Kräfte gegenüber der optimalen Position bis zum Fünffachen an. Eine Analyse der Unfalldatenbank der Versicherer zeigt übereinstimmend, dass beim schweren Frontalaufprall der Anteil der schweren Verletzungen bei weiblichen Fahrern um 50 Prozent höher liegt als bei männlichen Fahrern.
Die Filme der Crashtests sind auf www.youtube.de/unfallforschung zu sehen






























































