Retten Schweden Saab?
Für die schwedische GM-Tochter Saab zeichnet sich eine «nationale» Lösung ab. Koenigsegg, ein Hersteller von Supersportwagen, soll Interesse bekundet haben.
Koenigsegg CCX R
Das Gerücht hält sich seit Wochen, dass die vergleichsweise winzige Edelschmiede Koenigsegg Interesse an Saab habe. Doch Koenigsegg ist nicht alleine: Ebenso ein Auge auf das schwedische Traditionsunternehmen geworfen hat US-Finanzinvestor Ira Rennert mit seiner Renco Group.
In Schweden wie auch unter der treuen Saab-Fangemeinde ist die Präferenz klar: Eine «nationale» Lösung mit Koenigsegg wird bevorzugt. Dies zeigt auch eine Umfrage auf der Website rescue-saab.com.
Koenigsegg ist ein Hersteller von hochexklusiven Sportwagen mit Sitz in Angelholm. 2005 stellte das Modell CC8S mit 390 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord für strassenzugelassene Serienfahrzeuge auf.
Firmengründer Christian von Koenigsegg gilt gemäss «Autobild» als «cleverer Stratege», dem es immer wieder gelungen sei, Financiers aufzutreiben. Trotz Krise habe er es geschafft, den Absatz zu steigern und weiter Gewinn zu machen. Gemäss der Zeitung «Dagens Industri» soll Koenigsegg eine Gruppe von «sehr wohlhabenden Leuten» für die Finanzierung der Übernahme bilden. Zu diesen dürfte der norwegische Industriedesigner Bård Eker gehören. Er besitzt 49 Prozent von Koenigsegg und hat laut norwegischen Medien einen Kauf von Saab als «Traum» bezeichnet.
Weder Saab noch Koenigsegg wollten zu den Berichten Stellung nehmen. Gerettet ist Saab ohnehin noch nicht. So gibt es knifflige Probleme zu lösen, etwa betreffend die technischen und strukturellen Verbandlungen mit GM und speziell mit Opel. Die schwedische Regierung hat sich zudem bislang sehr skeptisch zu einer Rettung von Saab geäussert und sich geweigert, Geld dafür einzuschiessen.
Industrieministerin Maud Olofsson zeigte sich am Dienstag laut «Süddeutsche Zeitung» immerhin froh darüber, dass Saab nicht zusammen mit Opel an Magna verkauft wurde, da die Firma bei dieser Lösung wohl an den Rand gedrängt worden wäre. Ein Entscheid zur Saab-Übernahme soll bis Ende Juni fallen. Beim Hersteller in Trollhättan gibt man sich gemäss «Autobild» bereits wieder optimistisch. Nach den Sommerferien wolle man die Produktion auf 200 Autos pro Tag verdoppeln und neue Mitarbeiter einstellen.
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