Lamborghini Murciélago LP 670-4 Super Veloce
Wer zunächst im Super Veloce sitzt, der weiss zunächst noch nicht wo hier der Hammer hängt. Wer dann den Super Veloce bewegt – wohlgemerkt bewegt, nicht im Renntempo fährt, der kennt wohl das erste Tier mit vier Rädern: Den Murciélago LP 670-4 Super Veloce.
Lamborghini Murcielago LP 670-4 Super Veloce.
Die technischen Eckdaten braucht man wohl nicht weiter zu kommentieren: V12-Mittelmotor mit 6,5-Liter und 670 PS, Allradantrieb, ein Leistungsgewicht von 2,3 kg pro PS, ein Fahrzeuggewicht von 1565 kg, in 0 auf 100 km/h in 3,2 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 342 km/h. Der Super Veloce ist auf 350 Exemplare limitiert, sein Preis nicht, der startet bei knapp 540'000 Franken. Noch Fragen?
«Der neue Murciélago LP 670-4 Super Veloce ist die konsequente Fortsetzung unserer Markenphilosophie, er ist extrem und kompromisslos wie kaum ein anderes Automobil», sagt Stephan Winkelmann, der Präsident und CEO von Automobili Lamborghini. «Als neues Topmodell der höchst erfolgreichen Murciélago-Baureihe zeigt der LP 670-4 Super Veloce nicht nur überlegene Fahrdynamik, er ist auch ein weiterer Beleg für die technologische Kompetenz unseres Unternehmens. Die Kunden dürfen sich auf ein unvergleichliches Fahrerlebnis freuen.» Dieser Lamborghini ist eine reine Fahrmaschine von martialischem Charakter, brutaler Kraft und puristischem Auftritt. Der Heckspoiler an zwei vertikalen Stegen montiert, ist vom Ausmass dem eines Formel 1-Boliden vergleichbar. Das Auspuffendrohr ist, wenn man sagen darf, so gross wie ein Bratentopf und die seitlich ausfahrenden Kiemen – wenn es dem V12 zu warm wird – erinnern an das Batmobil.
Wenn die zwölf Töpfe loslegen, dann gibt es kein Halten mehr, vorausgesetzt man nutzt die fest zupackende Kohlefaser-Keramik-Bremsanlage nicht gleich, weil einem der Schrecken in die Glieder gefahren ist: Vom Grollen einer heftigen Gewitternacht über das Trompeten mächtiger Elefanten bis zum Fauchen eines wütenden Löwen spielt der Super Veloce die ganz grosse Oper mit zwölf Zylindern á la Murciélargo. Der Einstieg erweist sich als sportliche Übung, da ändern auch die nach oben schwingenden Türen nichts dran – sie öffnen in echter Lambo-Manier.
Lamborghini hält an seiner langfristige Unternehmensstrategie fest: Mindestens ein neues Produkt pro Jahr. Dass Lamborghini, zu Hause im Markengeflecht des Volkswagen Konzerns, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten an strategischen Investitionen in Produkte und Technologie festhält, zeigt ein grosses Selbstbewusstsein. Schliesslich ist der Absatz im ersten Halbjahr 2009 – nach Rekordjahren – etwas eingebrochen. Insgesamt 825 Autos wurden von Januar bis Juni 2009 an Kunden ausgeliefert, 37 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In den USA hat es Lamborghini mit einem Minus von 52 Prozent am stärksten getroffen; wohingegen in China ein Wachstum von 32 Prozent verbucht werden kann. Auch die Absatzstabilität des Nahen Ostens (viertgrösster Markt) hilft dem kleinen Sportwagenhersteller gut durch die Turbulenzen zu kommen.
In Europa sind Märkte wie Italien, Schweiz und Frankreich stabil. Anders in Deutschland, hier brach der Verkauf um 52 Prozent ein. «Wie erwartet sind wir nicht immun gegen die globale Rezession. Aber ich bin sicher, dass unsere Stärken in der weltweiten Präsenz und der Strahlkraft der Marke es uns ermöglichen, das Unternehmen sicher durch diese herausfordernden Zeiten und zu neuer Kraft zu führen», gibt sich Winkelmann kämpferisch.
(Peter Hartmann/ar)






























































