Mosley schiesst Giftpfeile.
Der Regelstreit ist vom Tisch, jetzt macht sich der scheidende FIA-Präsident Max Mosley Luft. Er ärgert sich masslos, wie einzelne Mitglieder der FOTA das Ergebnis der Verhandlungen nach aussen kommuniziert haben.
FIA-Präsident Max Mosley und FOTA-Präsident Luca di Montezemolo
Gegenüber der «Mail on Sunday» äusserte er sich verärgert über Ferrari-Chef (und FOTA-Präsident): «Indem er nach Italien zurückgegangen ist und den Medien erzählt hat, dass der Diktator gestürzt sei, hat di Montezemolo das so beschrieben, als ob nur ich hier herumsitzen und Entscheidungen treffen würde». Dann erklärte er. «Das entspricht absolut nicht der Wahrheit. Ich kann nichts tun, solange der Automobil-Weltrat nicht sein Einverständnis dazu gibt. Dieser besteht aus 26 Mitgliedern, die allesamt Präsidenten von bedeutenden Rennsportklubs aus der ganzen Welt sind. Über all die Regeln, die ich angeblich diktiert haben soll, haben diese Personen abgestimmt. Zu sagen, dass ich eine Diktatur errichtet hätte, ist also kompletter Unsinn. Ich habe nicht die Macht, um ein Diktator zu sein.»
«Ich habe nur die Macht, die Entscheidungen des Automobil-Weltrats auszuführen», hielt Mosley fest und fügte an: «Sie haben den Fehler gemacht, schon auf meinem Grab zu tanzen, noch bevor ich überhaupt beerdigt war. Es ist nicht gerade toll, wenn die Teams eine PR-Agentur dazu bringen zu behaupten, dass ich am Ende sei, wo ich doch noch voll im Saft bin. Jetzt stehe ich unter dem Druck der ganzen Welt, mich der Wiederwahl zu stellen. Aber eigentlich will ich gar nicht.»
Und weiter: «Wir hatten den Deal abgeschlossen. Es gab nichts mehr, worüber man sich noch hätte streiten können. Doch dann konnte Luca einfach nicht still sein. Ausserdem wurde gesagt, dass ich ab Oktober nicht mehr in der FIA tätig sein würde. Auch das stimmt nicht», machte Mosley seinem Ärger Luft und erläuterte, dass er dem Automobil-Weltverband auf jeden Fall erhalten bleiben würde: «Als ehemaliger Präsident habe ich automatisch einen Sitz im Senat der FIA.»
Mosley will die Angelegenheit nicht auf sich beruhen lassen: «Ich gehe nicht davon aus, dass sich Luca entschuldigen oder ausblenden wird, wie er das vielleicht tun sollte. Aber auf der anderen Seite nimmt ihn in der Rennsportwelt ohnehin niemand ernst», schoss Mosley zurück. «Er ist das, was die Italiener eine <Bella Figura> nennen. Er ist zwar der Vorsitzende von Fiat, aber die Person, die das Unternehmen wirklich leitet, ist Sergio Marchionne. Und ich gehe nicht davon aus, dass er Luca sehr viel Beachtung schenkt.»
Im weiteren Verlauf des MoS-Interviews geht er näher auf die jüngsten Geschehnisse um seine Person ein. «Die vergangenen 16 Monate waren sehr schwierig», gestand der FIA-Präsident. «Es ist erschreckend, wenn jemand einen Teil deines Privatlebens auf die Titelseite einer Zeitung bringt. Der Tod meines Sohnes war allerdings weitaus schlimmer. Im Vergleich dazu ist mein Krach mit di Montezemolo geradezu trivial. Dennoch will ich den Posten des Präsidenten nicht so verlassen, dass es den Anschein hat, als hätte mich die Autoindustrie aus dem Amt gedrängt», unterstrich der britische Jurist einmal mehr.
«Wenn sich dieser Eindruck nicht wieder verflüchtigt, dann werden die Klubs darauf bestehen, dass ich noch einmal kandidiere. Ich hoffe also sehr darauf, dass sich diese Situation auflösen wird», sagte Mosley und machte gleichzeitig klar, dass er sich für das Amt nicht mehr zur Verfügung stellen wird: «Wenn es dann an der Zeit ist, das Zepter an jemanden anderen weiterzugeben, dann werde ich das nicht als Traurigkeit, sondern als Erleichterung empfinden.»






























































