Ohrfeige für Porsche-Chef
VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch lässt Porsche-Chef Wendelin Wiedeking deutlich spüren, wie sich das Machtgefüge im Verhältnis der beiden Firmen gewandelt hat. Porsche müsse seine Finanzprobleme selbst lösen.
«Die Fusion unter den jetzigen Bedingungen würde VW vorhandene Rechte kosten», sagte Piëch am Montagabend auf Sardinien. «Zur Zeit» geniesse Wiedeking noch sein Vertrauen, denn er sei persönlich bemüht, den «Reifendefekt» zu beheben. Bevor die akuten Probleme gelöst sind, soll nach Piëchs Vorstellung kein weiterer Investor ins Boot geholt werden.
«Der Schaden wird grösser, wenn nicht kurzfristig gehandelt wird», sagte Piëch mit Blick auf die Finanzprobleme der Zuffenhausener. Vor der Fusion müssten diese gelöst werden. Porsches Nettoverschuldung hat sich seit der Mehrheitsübernahme an VW auf neun Milliarden Euro verdreifacht. Für Porsche sei es im Augenblick aber schwer, Geld aufzutreiben. VW treibe dagegen leichter Kredite auf. Daher sei auch eine Übernahme und anschliessende Integration von Porsche bei VW denkbar. «Favorisiert ist, was schnell und schmerzarm geht.» Wie viel ihm der Sportwagenbauer in einem solchen Fall wert sei, wollte Piëch nicht sagen. «VW zahlt nur so viel, wie es an Wert bekommt.» Elf Milliarden Euro, wie zuvor spekuliert worden war, seien zu viel.
Das VW-Gesetz, gegen das Wiedeking zwei Jahre lang angekämpft hatte, findet in seiner jetzigen Form Piëchs Segen. «Ich war immer der Meinung, man könne mit dem VW-Gesetz leben. Die Zeit wird zeigen, dass es geht.» Am Wochenende hatte der «Spiegel» ohne Angaben von Quellen berichtet, dass Wiedeking seinen Widerstand gegen die Regelung aufgibt, die dem Land Niedersachsen ein Veto-Recht bei allen wichtigen VW-Entscheidungen zubilligt.
Der Sitz des künftigen Gemeinschaftsunternehmens soll Wolfsburg werden, sagte Piëch. Dies sei «unumstritten seit sechs Wochen». Von Porsche habe es dazu keinen Widerstand gegeben.
Arbeitsgruppe soll Details der Firmenhochzeit klären
Der ehemalige VW-Vorstandsvorsitzende Ferdinand Piëch sitzt auch im Aufsichtsrat von Porsche. Seine Familie ist als Erbe des Unternehmensgründers neben dem Porsche-Clan Eigentümerin des Sportwagenherstellers. Die Familiengesellschafter der Porsche Automobil Holding, die 50,8 Prozent der Anteile an Volkswagen hält, wollen einen integrierten Automobilkonzern mit Volkswagen schaffen. Unter einer einheitlichen Führungsgesellschaft sollen zehn eigenständige Marken nebeneinander stehen. Wie der neue Konzern im Detail aussehen soll, wird eine Arbeitsgruppe von Volkswagen und Porsche erörtern, in die auch das Land Niedersachsen als grösster Mitaktionär sowie die Arbeitnehmervertreter einbezogen werden.






























































