GM will Opel nun doch nicht verkaufen
Gestern titelte die deutsche Zeitung "die Welt": „Opel-Verkauf soll schon morgen perfekt sein“ und nur 24 Stunden später sieht alles wieder ganz anders aus.
Der Verkauf der Rüsselsheimer Marke wurde von Mutter GM abgeblasen. Dies habe der 13-köpfige GM-Verwaltungsrat unter Leitung des 68-jährigen Edward Whitacre Jr., in Detroit entschieden. General Motors will die Sanierung der Marke Opel nun doch selber an die Hand nehmen , was rund drei Miliarden Euro kosten soll. Und dies, obwohl GM momentan finanziell ebenfalls nicht gerade grosse Stricke zerreissen kann.
Bis zuletzt waren in dem monatelangen Tauziehen um den Verkauf von Opel die Beteiligten wohl mehrheitlich davon ausgegangen, dass dem Konsortium aus dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und der russischen Sberbank die Mehrheit, sprich 55 Prozent, an Opel zugesprochen werden würde. Selbst GMs Europachef Carl-Peter Forster war noch kürzlich davon überzeugt; ein Umschwenken des obersten GM-Gremiums schloss er aus.
Dass nun alles anders kommt, könnte an der jüngsten Intervention der EU-Kommission liegen. Diese äusserte massive Vorbehalte gegenüber der dem Opel-Käufer von der Bundesregierung zugesicherten staatlichen Beihilfe.
Der GM-Boss entschuldigte sich in diesem Zusammenhang für den monatelangen Verhandlungsmarathon um die Zukunft Opels: „Wir verstehen, dass die Komplexität und Dauer dieses Themas für alle Beteiligten anstrengend war.“ Die jetzige Entscheidung hält GM aber für die beste für Kunden, Beschäftigte, Zulieferer und Händler. Sie sei der stabilste und kostengünstigste Ansatz, um die Zukunft von Opel und Vauxhall langfristig zu sichern. – Doch bis es so weit ist, beginnt jetzt ein neuer Verhandlungsmarathon, mit Regierungen und Gewerkschaften.
Gar kene Freude an der neusten Entwicklung hat Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich vor den Kopf gestossen fühlt. Sie forderte den vom deutschen Staat zur Verfügung gestellten Überbrückungskredit umgehend zurück. Dieser war unter der Vorgabe gesprochen worden, dass Opel an einen europäischen Käufer, sprich Magna, verkauft wird.
Die Opel-Konzernspitze hat daraf versichert, dass der Kredit so schnell als möglich zurück bezahlt wird. Vom Kreditrahmen über 1,5 Milliarden Euro hat Opel bisher lediglich 1,1 Milliarden in Anspruchgenommen und von diesen bereits 200 Millionen zurück bezahlt.






























































