Porsche in tiefrot
Die Zwischenbilanz bei Porsche ist tiefrot, der Umsatz ist weggebrochen und die hohe Schuldenlast drückt schwer. Nur gerade die VW-Optionen bringen Entlastung.
Unter Druck: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, Eigentümer Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche
Rechnet man die VW-Beteiligung des Zuffenhausener Sportwagenkonzerns heraus, ergibt sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres bis Ende April ein Rückgang bei Umsatz, Absatz und operativem Ergebnis. Im Vorjahresvergleich sank der Umsatz um 15 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen teilte mit, dass dazu auch gestiegene Refinanzierungskosten beigetragen hätten. Der Absatz der Baureihen 911, Boxster/Cayman und Cayenne sank um mehr als einen Viertel (27,6 Prozent) auf 53’635 Fahrzeuge.
Geld in die Porsche-Kasse gespült haben dafür durch den hohen Kurs der VW-Stammaktie die VW-Aktienoptionsgeschäfte. Wie schon in den Vorjahren gab Porsche keine genauen Zahlen bekannt, sondern nur eine Tendenz. Insgesamt habe das Konzernergebnis vor Steuern damit über Vorjahr gelegen.
Am Freitag laufen Aktienoptionen über weitere rund 24 Prozent an Volkswagen aus. Aktuell hält Porsche rund 51 Prozent an den Wolfsburgern. Es wird nicht ausgeschlossen, dass es zu großen Kursschwankungen der VW-Stammaktien kommt. im ungünstigsten Fall könnte Porsche Milliarden verlieren.
Die VW-Aktien haben am Freitagvormittag ihre Verluste ausgeweitet. Mit 223,49 Euro notierten die Titel zeitweise 3,6 Prozent niedriger und waren damit Schlusslicht im Dax. Börsianer waren wegen des Verfalls der Aktienoptionen von Porsche sehr verunsichert. «Mich würde heute Abend ein Kurs von 500 Euro so wenig verwundern wie ein Kurs von 150 Euro», sagte ein Händler. Zugleich schlossen die Börsianer nicht aus, dass die VW-Aktien zum Handelsschluss kaum verändert notieren.
Viele vermuten, dass Porsche die Optionen verlängert hat. «Die Banken haben doch kein Interesse, Porsche weiteren Schaden zuzufügen und könnten deshalb Porsche dabei entgegen gekommen sein», erklärte ein Börsianer gegenüber der «Zeit». Die Porsche-Titel notierten nach der Vorlage von Neun-Monats-Zahlen knapp ein Prozent niedriger bei 44,20 Euro. Die Titel sind in keinem Index gelistet.
Dass die Lage in Stuttgart angespannt ist, macht sich auch am Ton bemerkbar, der zwischen allen Beteiligten herrscht. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat Miteigentümer Ferdinand Piëch vorgeworfen, Porsche mit öffentlichen Attacken möglicherweise schwer geschadet zu haben. Dafür müsse Piëch notfalls «persönlich haften». Das schrieb Wiedeking in einem Brief, der bereits vom 13. Mai stammt.






























































