Samoa wechselt die Seiten
Samoa ist das erste Land seit 1978, das im Strassenverkehr die Seite wechselt. Heute früh um 6 Uhr läuteten die Sirenen im ganzen Land, worauf die Verkehrsteilnehmer die Strassenseite für den neuen Linksverkehr wechseln mussten.
Nur die Busfahrer streikten, sonst lief alles mehr oder weniger rund.
Der Wechsel soll Samoa an andere Südpazifische Inseln angleichen. Um zu verhindern, dass im Berufsverkeht ein Chaos entsteht, hat die Regierung kurzerhand zwei Feiertage verhängt. Trotzdem stürzten sich heute Morgen überdurchschnittlich viele Samoaner in den Verkehr um das historische Ereignis auf der Strasse zu erleben.
Trotzdem sind im Südsee-Staat sind die ersten Stunden nach der Umstellung von Rechts- auf Linksverkehr ohne grössere Blechschäden verlaufen.
In der ehemaligen deutschen Kolonie fährt die Mehrheit aus den USA und Europa importierte Autos mit dem Steuer auf der linken Seite wie in der Schweiz. Die Umstellung soll billigere Autoimporte aus Australien und Neuseeland ermöglichen, wo ebenfalls links gefahren wird.
Als um sechs Uhr morgens auf dem gesamten Inselstaat die Sirenen und Kirchenglocken die Verkehrsänderung anzeigten, richtete Regierungschef Tuilaepa Sailele via Radio das Wort an die 180'000 Einwohner: «Nur wer über 21 ist, sollte fahren, und setzt euch nicht ans Steuer, wenn ihr müde seid, getrunken habt oder mit eurer Frau gestritten habt», wies er seine Landsleute an.
Der Politiker ging selbst auf Nummer sicher: Er wagte sich zwar wie versprochen auf die Strasse, liess sich aber von einem Chauffeur über die Hauptinsel Upolu kutschieren.
In der Hauptstadt Apia herrschte Party-Stimmung, berichtete der Lokalsender - obwohl sich eigentlich zwei Drittel der Einwohner gegen die Änderung ausgesprochen hatten.






























































