Haben Sie noch Gefrierschutz im Wischwasser?
So unentbehrlich sie im Winter ist, so schnell kann sie dieser Tage Probleme bereiten: die Wintermischung im Scheibenwaschbehälter. Wenn Blütenstaub, Pollen und Insektenreste das Sichtfeld verkleben, kann die Wisch-Wasch-Anlage den Dreck nicht lösen, sondern ihn lediglich mehr oder weniger gleichmäßig verteilen. Derart verschmierte Frontscheiben nerven ebenso wie solche, die vereist oder durch Winterdreck undurchschaubar geworden sind. Gegen die trübe Melange im Frühjahr helfen am besten leistungsstarke Sommerscheibenreiniger. Sieben 1:100-Konzentrate kamen auf den Prüfstand. Resultat: Nur die besten reinigen ohne Risiko.
Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung hat gemeinsam mit dem ACE Auto Club Europa sieben Sommerscheibenreinigungskonzentrate auf einem speziellen Prüfstand und im Labor getestet und dabei bedenkliche Unterschiede festgestellt. Sieger nach Punkten wurde das Sonax Xtreme 1:100 NanoPro, unmittelbar gefolgt vom cw 1:100 von Dr. Wack, die beide im GTÜ-Test das Prädikat "sehr empfehlenswert“ bekamen. "Empfehlenswert" das Konzentrat Aral Klare Sicht Sommer 1:100. Lediglich "bedingt empfehlenswert" sind die Scheibenreiniger Nigrin Klarsicht Limone, RS 1000 Klare Sicht, car technic und Autosol.
Als sehr praktisch erweisen sich die kleinen Viertelliterflaschen mit 1:100-Konzentrat und speziellem Dosierkopf. Durch Druck auf den unteren Flaschenteil füllt sich die Dosiervorrichtung mit genau 25 Milliliter Flüssigkeit. Zusammen mit 2,5 Liter Wasser ist die gebrauchsfertige Lösung für die Scheibenwaschanlage schnell bereitet.
Im Test bewerteten die Prüfer zunächst Anleitung, Applikation und Geruch der Kandidaten. Dabei geht es u.a. auch um notwendige Warnhinweise auf den Gebinden oder die leichte Handhabbarkeit der Flaschen, denn das ist trotz ihres ähnlichen Aussehens und prinzipiell gleicher Funktionsweise nicht selbstverständlich.
Im Kapitel Reinigungswirkung unterschieden die GTÜ-Tester zwischen den typisch sommerlichen Schmutzarten auf der Autoscheibe. Bei Stadtfahrten dominieren Staub, Ruß und Partikel, bei Fahrten über Land die noch schwerer löslichen Insektenrückstände. Hier punkteten die beiden Testsieger Sonax und Dr. Wack ebenfalls hauchdünn in der Reihenfolge ihrer Gesamtwertung.
Ein nicht unwesentliches Kriterium in der Bewertung ist die Frage, ob die Scheibenreiniger unter extremen, aber realistischen Bedingungen Schäden an Lack, Blinkern und Scheinwerfern anrichten oder die Düsen der Scheibenwaschanlage verstopfen können. Unter Umständen könnte das teure Reparaturen nach sich ziehen. Die volle Lackverträglichkeit sei bei allen Produkten gegeben, wie die Tester der Stuttgarter Kfz-Prüf- und Sachverständigenorganisation herausfanden. Ebenso deren Alkoholstabilität, bei der es darauf ankommt, dass bei der in der Übergangszeit nahezu zwangsläufigen Vermischung zwischen Sommer- und alkoholhaltigem Winterscheibenreiniger im Waschwasserbehälter keine Feststoffe ausfallen.
Nicht so eindeutig positiv das Ergebnis bei der für Scheinwerfer und Blinker wichtigen Kunststoffverträglichkeit. Hier patzten Nigrin und RS 1000, die in Polycarbonat-Testmustern Risse verursachten. Dabei wurden die Testteile mit gebrauchsfertigem Scheibenreiniger beträufelt und 48 Stunden bei 80 Grad Celsius im Trockenschrank gelagert. Autosol und car technic verfehlten bei der Hartwasserstabilitätsprüfung das Klassenziel. Deren Aufgabe ist es zu zeigen, ob Sommerscheibenreiniger in Verbindung mit sehr kalkhaltigem Wasser den Kalk lösen und so letzten Endes sogar die Scheibenwaschanlage außer Gefecht setzen können.
Fazit der GTÜ-Prüfer: Nur die besten Scheibenreiniger liefern ihre Leistung ohne Wenn und Aber.






























































