Der Bund liess die technische Machbarkeit des «Road Pricings» unter die Lupe nehmen. So oder so widersetzt sich der TCS diesem Gebührensystem.
Road Pricing: ab dieser Grenze zahlen Autofahrer in Londons City.
Singapur tuts. London und neuerdings im Rahmen eines Versuchs auch Stockholm: Mittels Erhebung von Strassengebühren («Road Pricing») versuchen diese (und andere) Städte, den Verkehr in den Zentren zu reduzieren. Dies geschieht via Systeme, bei denen Autos beim Eintritt in zentrumsnahe Sektoren registriert werden. Entweder direkt oder indirekt werden die Autofahrenden zur Kasse gebeten. Das Bundesamt für Strassen (Astra) liess nun überprüfen, wie und in welchem Rahmen Road Pricing auch in der Schweiz technisch machbar wäre. Um es vorweg zu nehmen:
Machbar ist technisch fast alles. Alles ist aber eine Frage der Praktikabilität, der Akzeptanz, der Finanzierung und des Zeitpunkts.
Das gilt auch für Zürich, wo Road Pricing gemäss Modellannahme der Studienverfasser durchaus denkbar wäre und eine gewisse Wirkung nicht verfehlen würde. Problematisch ist auch das Modell einer automatischen Gebühr beim Gotthard-Strassentunnel für Personenwagen: das Inkasso erwiese sich als schwierig, da spezielle Mautspuren geschaffen werden müssten, womit die Zufahrtsstrecken noch zusätzlich belastet würden. Unrealistisch ist die Schaffung einer kostenpflichtigen dritten Spur, etwa auf der Autobahn A2 bei Basel (Augst–Basel-Süd), mit welcher Kolonnen überholt werden könnten:
Die Fahrzeuge müssten mit einem Ortungsgerät ausgerüstet werden und die Gefahr bestünde, dass es in Stosszeiten erst recht zu Staus käme. Ein flächendeckendes Road Pricing in der ganzen Schweiz, sei es auf allen Autobahnen oder gar auf allen Strassen, ist theoretisch möglich, technisch aber aufwändig und in den nächsten 20 Jahren noch nicht realistisch. Den Verfassern der Machbarkeitsstudie, der noch weitere folgen werden, ist eines klar: sollte irgend einmal Road Pricing umgesetzt werden, dann muss das ganze Strassenfinanzierungssystem neu konzipiert werden, das heute auf den Motorfahrzeugsteuern, Autobahnvignette und Treibstoffabgaben basiert und äusserst einfach ist.
TCS dezidiert dagegen 
Das findet auch der TCS: Nach dessen Auffassung «ist das gewählte Vorgehen äusserst fragwürdig». Er fordert vom Bund betreffend Strassenfinanzierung ein klares Konzept mit eindeutigen Prioritäten. Der Bund schaffe «Verwirrung zu einem Zeitpunkt, wo im Parlament Lösungen für den Infrastrukturfonds gesucht werden, welche die Grundlage der Infrastrukturfinanzierung für die kommenden 20 Jahre legen soll».
Für den TCS macht es keinen Sinn, zum jetzigen Zeitpunkt die Road Pricing-Diskussion anzuheizen. Er hält fest, dass der motorisierte Individualverkehr mit dem geltenden Finanzierungssystem seine Kosten deckt und deshalb Strassenzölle auf Autobahnen oder Hauptstrassen nicht notwendig sind. Die Steuerung des Verkehrs in den Städten über Strassenzölle nach dem Londoner Vorbild hält der TCS ökonomisch gesehen für zu teuer, zu wenig effizient und unsozial. Dies führe dazu, dass nur jene in die Stadtzentren fahren würden, die es sich leisten könnten. Eine Fahrt ins Londoner Stadtzentrum kostet übrigens 20 Franken pro Tag.