Der Treibstoff der Zukunft
«Grüner» Flüssig-Wasserstoff: Eine neue Anlage der Linde AG in Deutschland soll Wasserstoff aus Biomasse erzeugen.
Linde Gas AG in Leuna (D, Sachsen-Anhalt)
Am Chemiestandort Leuna entsteht ab Mitte des Jahres eine Anlage, die erstmals Wasserstoff aus Biomasse erzeugen soll. Die Hydromotive GmbH, eine Tochtergesellschaft der Linde-Gruppe, investiert mehrere Millionen, der Baubeginn ist bereits in den kommenden Wochen geplant.
Wasserstoff gilt als Automobil-Treibstoff der Zukunft. Beim Einsatz von flüssigem Wasserstoff im Tank entstehen keinerlei schädliche Abgase. Unter anderem in Berlin und Hamburg gibt es bereits Wasserstoff-Tankstellen. Zu kaufen gibt es bisher kein Auto mit Wasserstoff-Motor. Hauptabnehmer von flüssigem Wasserstoff ist deswegen die Industrie, vor allem die Halbleiterbranche.
In Leuna soll die so genannte Demonstrationsanlage innerhalb eines Jahres fertig gestellt werden und dann Wasserstoff aus Glycerin gewinnen. Glycerin ist ein Nebenprodukt bei der Biodieselherstellung, die sich auch in der Region etabliert hat.
Bisher wird Wasserstoff aus teurem Erdgas gewonnen: gasförmig und flüssig. Den einzigen Wasserstoffverflüssiger Deutschlands gibt es Leuna, er wurde vor fast zwei Jahren wurde es in Betrieb genommen. Noch länger steht ein Werk, das rund 120’000 Kubikmeter gasförmigen Wasserstoff pro Stunde liefert. Dieser wird auch bei der Total-Raffinerie zur Entschwefelung genutzt.
Die Nutzung biogener Rohstoffe biete vielversprechende Möglichkeiten für eine nachhaltige und zugleich wirtschaftliche Wasserstoffproduktion, ist sich der Linde-Konzern sicher. «Mit diesem innovativen und geschützten Verfahren ist uns ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer emissionsarmen Energieversorgung mit Wasserstoff gelungen», lässt der Linde-Vorstand verlauten.
Die neue Anlage in Leuna soll ein wasserstoffreiches Gas produzieren, das in die bestehende Anlage zur Reinigung und Verflüssigung des Wasserstoffs eingespeist wird. Der hier hergestellte, so genannte «grüne» Flüssigwasserstoff soll zunächst in den deutschen Zentren zur Nutzung von Wasserstoff als Treibstoff zum Einsatz kommen.






























































