Unwetter fordert ein Todesopfer
Das heftige Gewitter, das heute vom Wallis bis in die Ostschweiz gezogen ist, hat einen Toten und eine Schwerverletzte gefordert und noch nicht bezifferte Schäden hinterlassen.
Der Tag wurde zur Nacht auf der Zürcher Hardbrücke.
Ein 31-jähriger Autolenker war am Dienstagnachmittag um 16.00 Uhr alleine beim Gemeindehafen Romanshorn am Bodensee unterwegs, als ein Baum auf das Fahrzeug fiel. Der Mann wurde im Auto erdrückt, jede ärztliche Hilfe kam zu spät, wie die Thurgauer Kantonspolizei mitteilte. Eine 37-jährige Frau erlitt in der Stadt Luzern wegen eines herabfallenden Baumteils mittelschwere Verletzungen. Im Kanton St. Gallen geriet ein Surfer in Seenot.
Das Gewitter heute Nachmittag hat nur wenige Schweizer Regionen verschont: Die erste Zelle bildete sich am Mittag in Chablais im Unterwallis, wie Andreas Asch von MeteoSchweiz gegenüber der SDA sagte. Die Schlechtwetterfront zog danach mit Blitzen und Hagel über die Alpen in Richtung Berner Oberland. Dort wütete das Gewitter besonders: Ein Baum stürzte auf eine Bahnlinie in Biglen im Emmental, die Züge in Walkringen und Konolfingen mussten gewendet werden. Auch in der Stadt Zürich kam es wegen des Sturms zu mehreren Tramausfällen. Zahlreiche Strassen mussten zudem vorübergehend gesperrt werden.
Bei der Thurgauer und der St. Galler Kantonspolizei gingen innerhalb kurzer Zeit je rund 100 Meldungen ein. Die meisten betrafen voll gelaufene Keller und Schächte, überflutete Unterführungen oder Bäume auf der Strasse. Auch im Kanton Bern kam es zu Überflutungen. Innerhalb von zwei Stunden gingen rund 40 Meldungen ein. In Herzogenbuchsee blieb ein Personenwagen in einer überfluteten Unterführung stecken. Im Kanton Zug sammelte sich auf der Autobahn A4a zwischen Baar und Zug rund 30 Zentimeter Wasser an.
Baumschaden in Adliswil.
Auch Hagelschäden wurden gemeldet. Laut Pascal Forrer, dem Direktor der Schweizer Hagel-Versicherung, trafen am frühen Nachmittag erste Schadensmeldungen ein. Besonders im Berner Oberland wurde mit Hagelschäden gerechnet.
Im Freiburgischen Bösingen schlug ein Blitz ein und setzte einen Geräteschuppen in Brand, den der Besitzer aber rasch löschen konnte. Es entwickelte sich eine Gewitterlinie, die sich vom Mittelland bis zum Jura erstreckte und ostwärts zog. Teilweise fielen örtlich bis zu 20 Liter Regen pro Quadratmeter. Für Gewitter ausserordentliche Böenspitzen seien mit 121 Kilometern pro Stunde auf der Turmspitze auf dem Uetliberg gemessen worden, in Steckborn wurden 116 km/h gemessen.
Auf das Gewitter folgt nun eine Kaltfront – und die bringt noch mehr Regen mit sich: Bis zu 50 Liter pro Quadratmeter erwarten die Meteorologen am Alpennordhang. Morgen Nachmittag soll es im Mittelland nur noch 18 Grad warm werden.






























































