US-Automarkt: Lichtblick
Der US-Automarkt ist immer noch stark unter Druck. Trotzdem sehen erste Hersteller Licht am Ende des Tunnels.
Verhaltener Optimismus in den USA.
Ford konnte im vergangenen Monat den tiefen Fall erstmals abbremsen und verkauft neuerdings sogar besser als der ehemalige Marktführer Toyota. Mit den relativ guten Verkäufen, nicht nur für den Juni, sondern auch für das gesamte Halbjahr rückt Ford wieder auf Rang zwei hinter GM.
General Motors und Chrysler spüren immer noch die Folgen ihres Überlebenskampfes. GM läuft zusätzlich die Zeit davon: Die US- Regierung setzte ein Ultimatum bis Ende kommender Woche für die zur Rettung geplante weitgehende Verstaatlichung.
Auch der weltgrösste Autobauer Toyota musste heftige Einbussen hinnehmen. Bei den deutschen Herstellern konnten BMW und Daimler den Rückgang der Verkäufe gegenüber dem Mai zumindest etwas verlangsamen.
Insgesamt schrumpfte der Markt im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 860’000 verkaufte Neuwagen. Experten rechnen für dieses Jahr mit rund zehn Millionen in den USA verkauften Autos. 2008 waren es noch mehr als 13 Millionen.
Vertreter der Autobauer bekundeten dennoch Hoffnung auf eine baldige Besserung der Lage. Der Wendepunkt scheine nahe zu sein, sagte Ford-Chefanalyst George Pipas. Auch Toyota-Manager Bob Carter betonte, die Talsohle sei aus Sicht des Herstellers erreicht.
GM verkaufte im Juni fast 34 Prozent weniger Autos als ein Jahr zuvor. Insgesamt waren es 176’571 Autos. Im gesamten ersten Halbjahr brach der Absatz der bisherigen Opel-Mutter um 41 Prozent ein.
Zudem gerät die für GM entscheidende Anhörung vor dem Insolvenzgericht in New York zur Marathonsitzung. Sie musste am Donnerstag wegen einer Flut von Einwänden bereits den dritten Tag in Folge fortgesetzt werden. Die USA und Kanada wollen mit gemeinsam 72 Prozent die Mehrheit übernehmen. 17,5 Prozent soll die Autogewerkschaft UAW bekommen für Zugeständnisse bei der Krankenversicherung für Betriebsrentner. Die US-Regierung will nach der Übernahme der GM-Mehrheit möglichst rasch wieder schrittweise aussteigen. Bereits im nächsten Jahr solle der neue GM- Konzern wieder an die Börse gehen.
Der zweitgrösste amerikanische Autobauer Ford profitierte dagegen von der Not der US-Rivalen. Der Juni-Absatz fiel lediglich um knapp elf Prozent auf 155’195 Fahrzeuge - der geringste Rückgang seit weit über einem Jahr. Im Mai war das Minus mehr als doppelt so hoch. In den ersten sechs Monaten brachen die Verkäufe um ein Drittel ein.
Toyota erlebte einen sehr trüben Juni mit einem Minus von fast 35 Prozent auf 131’654 verkaufte Fahrzeuge. Seit Januar ging es damit um fast 38 Prozent nach unten.
Chrysler stürzte im vergangenen Monat sogar um 42 Prozent auf 68’297 Wagen ab. Im Halbjahr lag der Einbruch bei 46 Prozent. Der kleinste der drei US-Anbieter hatte erst Mitte Juni mit dem Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns sein Insolvenzverfahren verlassen.
Bei BMW fiel der Konzernabsatz im Juni etwas weniger deutlich als zuletzt um 20 Prozent auf 20’849 Stück. Im Halbjahr ging es noch um fast 28 Prozent nach unten.
Daimler litt etwas stärker und verbuchte im Juni einen Einbruch um mehr als 26 Prozent auf 16’271 Wagen - besonders stark traf es den Kleinwagen Smart. In den ersten sechs Monaten verkaufte Daimler über 28 Prozent weniger Autos als im Vorjahr.
Bei Volkswagen beschleunigte sich der Rückgang im Vergleich zum Vormonat wieder. Die VW-Verkäufe in den USA fielen im Juni um 18 Prozent auf 19’027 Fahrzeuge. Das Minus seit Jahresbeginn: 16 Prozent.
Die VW-Tochter Audi verzeichnete einen moderaten Absatzrückgang von rund acht Prozent auf 7’524 Fahrzeuge. Seit Jahresanfang ist der Absatz um 16 Prozent gesunken.
Ganz hart traf es erneut Porsche. Bei dem Sportwagenbauer stürzten die Nordamerika-Verkäufe im Juni um 62 Prozent auf nur noch 1072 Fahrzeuge.






























































