Weniger Todesopfer auf Schweizer Strassen
Weniger Getötete und Schwerverletzte im Strassenverkehr
bfu registriert 328 Getötete und 4508 Schwerverletzte im Jahr 2010
Erfreulicherweise ist die Zahl der Verkehrsopfer letztes Jahr wiederum gesunken: 2010 starben auf Schweizer Strassen 328 Menschen (2009: 349 / minus 6 Prozent), 4508 wurden schwer verletzt (2009: 4708 / minus 4 Prozent). Dies ergab die jährliche Erhebung der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung bei den kantonalen Polizeistellen.
Bei den Insassen von Personenwagen hat die Zahl der Schwerverletzten und Getöteten weiter abgenommen, womit sich der Trend der vergangenen Jahre bestätigt. Zu den Gründen, die zu einem immer besseren Schutz der PW-Insassen führen, zählen die technologischen Fortschritte (insbesondere Fahrer-Assistenz-Systeme), verbesserte Infrastrukturen sowie koordinierte präventive und repressive Massnahmen der Verkehrspolizei. Die positive Entwicklung darf indessen nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch immer zu viele PW-Insassen auf Schweizer Strassen schwer:
Eine weitere deutliche Senkung der Unfallzahlen ist nicht nur nötig, sondern dank den Massnahmen des Verkehrssicherheitsprogramms Via sicura auch möglich.
Weniger ausgeprägt ist der Sicherheitsgewinn bei den verletzlicheren Verkehrsteilnehmern. Insbesondere die Getötetenzahlen können – wenn man nur ein einzelnes Jahr betrachtet – jeweils starken Schwankungen unterliegen. 2009 war vor allem die kurzfristige Entwicklung bei den Fahrradfahrern besorgniserregend – dieses Jahr sind die Unfallzahlen jedoch wieder rückläufig. Dafür stimmen 2010 jene der Fussgänger nachdenklich: Die Anzahl der Getöteten hat gegenüber dem Vorjahr um rund einen Viertel zugenommen. Dieser Anstieg ist interessanterweise vollumfänglich auf Unfälle ausserhalb des Fussgängerstreifens zurückzuführen, während die Zahl der in den Medien regelmässig thematisierten Opfer auf dem Fussgängerstreifen stabil geblieben ist (Jahresvergleich 2009-2010: Getötete auf Fussgängerstreifen 21 vs. 20 / Getötete ausserhalb Fussgängerstreifen 39 vs. 56).
Die meisten Fussgängerunfälle ereignen sich beim Queren der Strasse, im Innerortsbereich und zu Hauptverkehrszeiten. Durch eine konsequente Senkung der Geschwindigkeiten liessen sich zahlreiche Unfälle vermeiden oder in ihrer Schwere reduzieren. Bei einer Kollision zwischen einem Fussgänger und einem Fahrzeug mit Tempo 30 sterben 10 Prozent der Fussgänger – bei Tempo 50 sind es bereits 70 Prozent. Die bfu propagiert daher das Modell Tempo 50/30. Es sieht vor, alle Gemeindestrassen in zwei Kategorien einzuteilen: Die verkehrsorientierten Strassen sind vor allem Haupt- sowie wichtige Nebenstrassen und werden mit Tempo 50 generell signalisiert. Die Strassen in den Siedlungen sollen in Tempo-30-Zonen eingebunden werden. Diese Massnahme erhöht nicht nur die objektive Verkehrssicherheit, sondern führt auch dazu, dass sich gerade die langsameren Verkehrsteilnehmer auf den Strassen sicherer fühlen.
Um die Sicherheit der verletzlicheren Verkehrsteilnehmer nachhaltig zu verbessern sind – von Politikern und Planern über Polizei- und Präventionsstellen bis hin zu den verschiedenen Verkehrsteilnehmergruppen – weitere Anstrengungen nötig. Die bfu beispielsweise wird ihr 13. Forum Strassenverkehr im November 2011 dem Thema "Verkehrssicherheit in Dörfern und Städten: Haben wir die Fussgänger vergessen?" widmen. Zudem werden dieses und nächstes Jahr die beiden bfu-Sicherheitsdossiers "Fahrradverkehr" und "Fussverkehr" überarbeitet und aktualisiert.






























































