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Volvo: Undercover in Kopenhagen

11.10.2009

Volvo testet neue und einzigartige Sicherheitstechnologie in getarntem Volvo S60 Prototyp in Kopenhagen

Letzte Praxistests für Kollisions-Warnsystem mit automatischer Notbremsfunktion und Fußgänger-Erkennung - Weltpremiere 2010 im neuen Volvo S60

In diesen Tagen können aufmerksame Verkehrsteilnehmer in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ein ungewöhnliches Fahrzeug entdecken: Einen getarnten Prototyp des neuen Volvo S60, der als Serienfahrzeug im Jahr 2010 auf den Markt kommen wird. Hintergrund des Feldversuchs: Techniker des schwedischen Premium-Herstellers führen letzte Praxistests für das einzigartige Kollisions-Warnsystem mit automatischer Notbremsfunktion durch. Das System kann Fußgänger erkennen, die auf die Fahrbahn laufen und so Kollisionen bei Geschwindigkeiten unterhalb von 25 km/h verhindern, selbst wenn der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert.

 

 VOLVO S60 Prototyp

 

Mehr als zehn Jahre haben die Volvo Sicherheitsexperten an dem neuen System gearbeitet und Versuche in der ganzen Welt gefahren. „Faktoren wie gängiges Verkehrsverhalten, unterschiedliche Straßenverhältnisse und wechselnde Wetterbedingungen wurden dabei untersucht und die Ergebnisse in die Entwicklung des Systems integriert. Insgesamt haben wir so über 500.000 Kilometer zurückgelegt und ausgewertet. Außerdem können wir die Informationen aus den realen Verkehrstests auch für moderne Computer-Simulationen nutzen", erklärt Thomas Broberg, Sicherheitsexperte bei der Volvo Car Corporation.

Schutz für Ungeschützte


Die neuen Funktionen stellen den nächsten Schritt in der kontinuierlichen Volvo Sicherheits-Entwicklungsarbeit dar. Das präventive System ermöglicht die frühzeitige Erkennung risikoreicher Situationen und hilft dem Fahrer bei der Vermeidung von Unfällen. „In unseren bisherigen Entwicklungsstufen ging es darum, den Fahrer bei der Vermeidung von Kollisionen mit anderen Fahrzeugen zu unterstützen", sagt Thomas Broberg. „Jetzt machen wir einen riesigen Schritt nach vorne mit einer Funktion, die die Sicherheit auch für ungeschützte Verkehrsteilnehmer enorm verbessert. Darüber hinaus steigern wir die automatische Bremskraft von 50 auf 100 Prozent. So weit wir wissen, hat kein anderer Hersteller derartige Fortschritte in diesem Bereich gemacht", betont Broberg und ergänzt: „Diese Technologie ist ein wichtiger Schritt unserer Langzeitvision eines Fahrzeugs, das nicht mehr kollidiert. Denn unsere Vision für das Jahr 2020 ist, dass kein Insasse eines Volvo mehr getötet oder schwer verletzt wird."

Sichere Erkennung dank hochmoderner Technologie


Das neue Kollisions-Warnsystem mit automatischer Notbremsung und Fußgängerschutz besteht aus mehreren Komponenten. Dazu zählen ein so genanntes Dual-Mode-Radarsystem, das in den Frontgrill integriert ist, eine Kamera hinter dem Innenraum-Rückspiegel sowie eine zentrale Kontrolleinheit. Radar und Kamera überwachen kontinuierlich den Straßenbereich vor dem Fahrzeug. Aufgabe des Radarsystems ist es, Objekte zu erkennen und die Entfernung zu messen. Die Kamera erkennt zugleich den Typ des jeweiligen Objekts.

In einer Notsituation wird der Fahrer bei dem neuen System zunächst durch ein akustisches Signal und ein Blinklicht im Head-up-Display in der Frontscheibe gewarnt. Um eine schnelle und intuitive Reaktion zu unterstützen, ähnelt die optische Warnung einem Bremslicht. Sobald ein Zusammenstoß droht und der Fahrer nicht auf die Warnhinweise reagiert, wird die volle Bremskraft aktiviert.

„Der Einsatz der vollen Bremskraft setzt voraus, dass das Objekt sowohl vom Radarsystem als auch von der Kamera erkannt wird", sagt Thomas Broberg. „Möglich wird die automatische Vollbremsung durch die hochmoderne Sensor-Technologie. Volvo zählt zu den ersten Herstellern weltweit, die diese Funktion zum Schutz von Fußgängern anwendet."

Fußgänger-Unfälle in Städten


Der Anteil der Fußgänger unter den Verkehrstoten variiert innerhalb der EU je nach Land zwischen 10 und 25 Prozent. In den europäischen Hauptstädten wurden im Jahr 2007 insgesamt 1.560 Personen bei Verkehrsunfällen getötet, 43 Prozent davon waren Fußgänger. Die Schwere eines Unfalls ist wesentlich abhängig von der Geschwindigkeit eines Autos. Das Risiko eines Fußgängers, bei einem Unfall mit einer Fahrzeuggeschwindigkeit von 50 km/h getötet zu werden liegt um 85 Prozent höher als bei einem Tempo von 25 km/h.

Das System ist so programmiert, dass es auf Fahrzeuge reagiert, die sich in Fahrtrichtung bewegen oder still stehen. Dank des hochmodernen Radarsystems, das über einen deutlich erweiterten Beobachtungsbereich verfügt, können Fußgänger frühzeitig erkannt werden, die gerade die Straße betreten. Die Kamera verfügt gegenüber den Vorgängermodellen über eine deutlich höhere Auflösung und ermöglicht so, Bewegungsmuster von Fußgängern zu erkennen.

„Die neue Technologie soll dem Fahrer helfen, Kollisionen mit Fußgängern bei Geschwindigkeiten unterhalb von 25 km/h vollständig zu vermeiden", erläutert Thomas Broberg. „Bei einem höheren Tempo geht es darum, die Aufprallgeschwindigkeit so weit wie möglich zu reduzieren. In den meisten Fällen können wir die Kollisionskräfte um 75 Prozent verringern", so der Sicherheitsexperte. „Angesichts der großen Zahl an Todesopfern bei Fußgängern wäre es bereits ein großer Fortschritt, wenn wir das Todesfallrisiko um 20 Prozent reduzieren können. Und in bestimmten Situationen kann die Zahl der Todesopfer sogar um bis zu 85 Prozent gesenkt werden", betont Broberg.

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