VW/Porsche: Keine Fusion
Der Volkswagen-Konzern hat heute die Fusionsgespräche mit dem Sportwagenbauer Porsche überraschend abgebrochen. Die bestätigte ein VW-Sprecher mit dem Hinweis, es gebe «derzeit keine Atmosphäre für konstruktive Gespräche».
Keine Fusion: Volkswagen und Porsche
Die Gesprächspartner von Porsche liessen offenbar «kein nachhaltiges Interesse an einer Lösung mit VW erkennen ». Das auf gestern angesetzte Treffen sei deshalb abgesagt worden. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa mitgeteilt, dass er derzeit keine Atmosphäre für konstruktive Gespräche sehe. «Wir teilen die Meinung des VW – Betriebsrates. Die Entscheidung von Osterloh war richtig», sagte ein VW-Sprecher.
| Chronologie des Machtkampfes (recherchiert von der «Kleinen Zeitung») 25. September 2005: Porsche beteiligt sich mit rund 20 Prozent an VW. Porsche begründet den Einstieg mit gemeinsamen Projekten beider Firmen wie etwa dem Bau des Geländewagens Cayenne. 15. November 2006: Porsche stockt den Anteil auf bis zu 29,9 Prozent auf. 24. März 2007: Der Sportwagenbauer stockt seinen Anteil für knapp eine Milliarde Euro erneut auf und hält 31 Prozent. 3. August 2008: Der Volkswagen-Betriebsrat will die Mitbestimmungs-vereinbarung der Porsche Holding kippen, weil sie nach seiner Ansicht zulasten der VW-Belegschaft geht. Die 12.000 Beschäftigten des Sportwagenbauers sollen in der Holding in wichtigen Fragen die gleichen Rechte haben wie die rund 360.000 VW-Mitarbeiter. 16. September 2008: Porsche übernimmt die Kontrolle bei Volkswagen. Mit der Aufstockung der VW-Anteile auf 35,14 Prozent erlangen die Stuttgarter die faktische Kontrolle über Europas grössten Fahrzeughersteller. 26. Oktober 2008: Porsche kündigt an, seinen Anteil an VW im Jahr 2008 auf 50 Prozent und im Jahr 2009 auf 75 Prozent aufstocken zu wollen und einen Beherrschungsvertrag anzustreben. Der Sportwagenbauer hält zu diesem Zeitpunkt 42,6 Prozent der VW-Stammaktien, sowie zusätzliche 31,5 Prozent in Optionen. 27. Oktober 2008: der Kurs der VW-Aktie schiesst in die Höhe. Offenbar hat die Porsche-Mitteilung Spekulanten auf dem falschen Fuss erwischt, die nun gegen ihren Willen zum Aktienkauf gezwungen sind. 29. Oktober 2008: Porsche gibt VW-Optionen frei, um die Spekulationsblase platzen zu lassen. Der Kurs sinkt. 5. Januar 2009: Porsche baut seinen Anteil an Volkswagen auf 50,76 Prozent aus. 28. Januar 2009: Die Konzernbetriebsräte von Porsche und Volkswagen erklären ihren Streit über die Mitbestimmung für beendet. 25. März 2009: Porsche sichert sich zur Aufstockung seiner Anteile bei Volkswagen eine neue Kreditlinie von zehn Milliarden Euro. Der Kreditrahmenvertrag erlaubt sogar ein Volumen von 12,5 Milliarden Euro. 6. Mai 2009: Nach einem Treffen der Eigentümerfamilien verzichtet der überschuldete Sportwagenbauer Porsche auf eine Übernahme von Volkswagen und will mit dem Wolfsburger Unternehmen stattdessen einen gemeinsamen Konzern gründen. Näheres wie zur Gesellschaftsform, dem Firmensitz oder dem Führungspersonal soll in den nächsten vier Wochen geklärt werden. 11. Mai 2009: Auf Arbeitsebene finden erste Gespräche zwischen Porsche und Volkswagen statt. 11. Mai 2009: Volkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech sorgt mit Äusserungen über den mutmasslichen Unternehmenssitz sowie einen möglichen Preis bei Porsche für Empörung. 13. Mai 2009: Porsche-Betriebsratschef Hück kritisiert Piech scharf. 15. Mai 2009: Auf einer Porsche-Betriebsversammlung werden Protestaktionen gegen Piech für Montag, den 18. Mai beschlossen. 17. Mai 2009: Volkswagen sagt am Sonntag die für Montag angesetzte nächste Gesprächsrunde auf Arbeitsebene ab. |






























































