Wut und Konsternation bei Sauber
Nach der Ankündigung von BMW, sich aus der Formel 1 zurückzuziehen sind nun alle Augen ins Zürcher Oberland gerichtet.
Bild aus besseren Zeiten: BMW-Sauber-Team.
Aus der Hinwiler Formel-1-Schmiede hat sich Peter Sauber schriftlich gemeldet: «Die Ankündigung von BMW, sich zum Saisonende aus der Formel 1 zurückzuziehen, kam für mich völlig überraschend. Ich akzeptiere und respektiere den Entscheid, kann ihn allerdings persönlich nur schwer nachvollziehen», schreibt Peter Sauber. «Ich werde jetzt alles in meiner Macht Stehende versuchen, um eine Lösung zu finden, die den Fortbestand des Teams am Standort Hinwil in irgendeiner Form ermöglicht. Die Ausgangslage dazu ist sehr schwierig», so Sauber weiter.
430 Mitarbeiter beschäftigt das Hinwiler Sauber-Werk. Mit dem Ausstieg von BMW aus der Formel 1 steigt die Wut auf die deutschen Autobauer. Die Mitarbeiter fühlen sich im Stich gelassen. Der Hinwiler Gemeindepräsident rechnet mit Entlassungen.
«Ich wurde völlig überrascht von dieser Meldung», sagt auch der Gemeindepräsident von Hinwil, Walter Bachofen. Er sei heute morgen um sieben Uhr informiert worden – ohne jede Vorwarnung. «Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet. BMW hat ja noch angedeutet, dass sie mit der Entwicklung weitermachen», sagte Bachofen gegenüber dem Online-News-Portal 20 Minuten.ch. Das Ende des Formel-1-Engagements macht dem Gemeindepräsident Sorgen, «das ist ja logisch». Dass dies auch das Hinwiler Werk treffen werde, davon geht Bachofen aus: «Ich rechne mit Entlassungen», sagt er. Wie viele, das könne er derzeit überhaupt nicht sagen.
«Da die Entscheidung sehr kurzfristig gefallen ist, konnten wir unsere Mitarbeiter noch nicht über mögliche Konsequenzen informieren», meldete BMW-Vorstandsmitglied Klaus Draeger heute an der Pressekonferenz in München. «Wir werden unser Bestes geben, eine Lösung für die Kollegen an den Standorten in Hinwil und München zu finden. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst», so Draeger weiter.
Im Sauber-Werk im Zürcher Oberland werden die Chassis für die BMW-Boliden hergestellt. Peter Sauber hat sein Lebenswerk erst vor vier Jahren an BMW verkauft, um die Arbeitsplätze in Hinwil längerfristig zu sichern. Peter Sauber besitzt immer noch einen 20-Prozent-Anteil am Team und fungiert seit der Übernahme als Berater.
In Hinwil ruhen die Hoffnungen allerdings vor allem auf den Sauber-Verantwortlichen. «Ich habe keine Angst um meinen Job», sagt ein Mitarbeiter. «Sauber wird es schon richten und uns nicht hängen lassen.» Auch Gemeindepräsident Bachofen sagt: «Ein Sauber-Mitarbeiter hat mir heute Morgen versichert, dass es andere Optionen gebe. Welche, hat er mir allerdings noch nicht sagen können.» Bachofen glaubt, dass der Rückzug aus der Formel 1 für Hinwil vor allem einen Imageverlust bedeutet. «Wir sind durch die Formel 1 weltweit bekannt geworden».
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