Zoff in Zuffenhausen
Porsche bezeichnet einen Zeitungsbericht über Differenzen bei den Porsche-Eignerfamilien über den Einstieg des Emirats Katar als «Störmanöver». In einer anderen etablierten Zeitung ist jetzt zu lesen, der VW-Aufsichtsratschef habe den Eignerfamilien seine Bedenken geäussert.
Porsche Aufsichtsrat Ferdinand Piëch.
Demnach soll sich Ferdinand Piëch, Porsche-Miteigner und VW-Aufsichtsratschef doch gegen den möglichen Einstieg des Golf-Emirats Katar beim Sportwagenbauer wehren. Entgegen der offiziellen Porsche-Stellungnahme will die «Welt» von einem erneuten Treffen der Porsche-Eignerfamilien wissen, bei dem Piëch Bedenken gegen den Einstieg eines externen Investors geäussert habe. Porsche dementiert, dass ein entsprechendes Treffen stattgefunden habe und beteuert, die Familie stünde geschlossen hinter Gesprächen mit dem Investor.
Porsche-Interessent: Der Emir von Katar, Hamad bin Chalifa Al Thani
Tags zuvor hatte sich die Edelschmiede direkt gegen einen Bericht der «Financial Times Deutschland» gewandt, in dem ebenfalls über ein Familientreffen berichtet wurde, auf dem Piëch sich gegen den Einstieg des staatlichen Finanzfonds Qatar Investment Authority (QIA) ausgesprochen haben soll. «Der FTD-Artikel ist nichts anderes als ein durchsichtiges Störmanöver, von dem wir uns auf unserem Weg nicht beirren lassen», hiess es in der Unternehmensmitteilung.
Die «FTD» hatte berichtet, das Golf-Emirat fordere einen Viertel der Anteile plus eine Aktie und damit eine Sperrminorität. Damit hätte der Golfstaat auch indirekt Einfluss auf Europas grössten Autobauer Volkswagen, an dem Porsche rund 51 Prozent hält. Dies rief wiederum Bedenken des VW-Betriebsrats auf den Plan.
Nach der Meinung von Branchenbeobachtern könnte der Einstieg Katars die Rolle von Ferdinand Piëch im Familienclan schwächen. Porsche hat durch die Mehrheitsübernahme bei VW einen Schuldenberg von rund neun Milliarden Euro angehäuft und versucht derzeit, seinen Verbindlichkeiten Herr zu werden. Dazu hat sich das Unternehmen nach eigenen Angaben bislang Kredite in Höhe von 10,75 Milliarden Euro gesichert. Weitere 1,75 Milliarden Euro sollen von der staatlichen Förderbank KfW kommen.
Der ursprüngliche Plan, 75 Prozent an VW zu übernehmen und damit Zugriff auf die Kasse der Wolfsburger zu erhalten, liegt vorerst auf Eis. Stattdessen streben die Porsche-Eigner offiziell die Schaffung eines integrierten Autokonzerns an, der VW und Porsche unter einem Dach vereinen würde. Auch hier stocken aber die Verhandlungen. Neben den Unternehmen spielt das Land Niedersachsen als zweitgrösster VW-Aktionär eine gewichtige Rolle. Zudem stehen die VW-Arbeitnehmervertreter einem grösseren Einfluss von Porsche auf den Wolfsburger Konzern skeptisch gegenüber.
Der Bericht der Financial Times Deutschland
Die Stellungnahme von Porsche
Der Bericht der Welt






























































